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Karlsbrücke mit 30 imposanten Heiligenstatuen. (Fotos: Shutterstock)
Unterwegs
International|23.01.2019

Wochenendtrip nach Prag

Prag ist eine altehrwürdige Stadt, in der die Geschichte lebendig wird. Magisches wartet an allen Ecken.

Karlsbrücke mit 30 imposanten Heiligenstatuen. (Fotos: Shutterstock)

Prag ist eine altehrwürdige Stadt, in der die Geschichte lebendig wird. Magisches wartet an allen Ecken.

Ein eisiger Wind lässt im Winter die Nasenspitze kalt werden. Die wenigen Sonnenstrahlen, die sich mühevoll ihren Weg durch die Nebelschicht bahnen, bringen nicht die erhoffte Wärme. Doch beim Gang über die Karlsbrücke sind sowieso andere Dinge wichtiger als persönliche Befindlichkeiten. Spannender sind die 30 imposanten Heiligenstatuen, die auf dem steinernen Brückengeländer Spalier stehen und auf die neugierigen Besucher herabblicken. Wenn man den Blick schweifen lässt, wird er von der Moldau magisch angezogen. Breit und majestätisch liegt sie einem hier zu Füssen. Dieser Anblick lädt zum Verweilen, Nachdenken und Fotografieren ein. Hier treffen sich Verliebte zum ersten Kuss, während Touristen die Stadtpläne wälzen und von der Grösse der Stadt eingenommen werden. Nur wenige Schritte von der Karlsbrücke entfernt befindet sich das Klementinum im ersten Prager Bezirk. Unscheinbar erstreckt sich das einstige Jesuitenkolleg auf rund zwei Hektar Fläche. Doch im Inneren des jahrhundertealten Gemäuers befinden sich wahre Schätze. Um in den astronomischen Turm zu gelangen, führt der Weg vorbei an der Spiegelkapelle bis zu einer schmalen eisernen Wendeltreppe. Es geht hinauf, vorbei an der barocken Bibliothek mit den historisch wertvollen Globen, bis man nach Atem ringend im Turm angekommen ist. Schon 1775 wurden hier oben die ersten meteorologischen Messungen durchgeführt. Schmale, knarrende Holzstiegen führen immer weiter in schwindelerregende Höhe, bis man schlussendlich auf dem Balkon angekommen ist.

Ein einmaliger Blick über Prag lässt so hoch über dem Boden das Herz ein wenig schneller schlagen. Die glänzenden Kuppeln der Kirchen und die vielen Türmchen geben der sogenannten «Goldenen Stadt» eine unmittelbare Mystik, die man am Boden keineswegs vermutet hätte. Ratsam für die Besichtigung des Turms, aber auch für den Spaziergang durch die Stadt ist gutes Schuhwerk, denn mit Pfennigabsätzen oder offenen Sandalen kommt man in Prag nicht weit.

Die Liebe der Prager zur Mystik und zur Magie wird aber erst bei der anbrechenden Dämmerung richtig greifbar. Die alten schmiedeeisernen Strassenlaternen hüllen die Stadt in ein sanftes Licht und geben gerade den Winkeln und Ecken einen besonderen Reiz. Am Anenské nám, dem Annaplatz, südlich des Klementinums, wartet eine hagere Gestalt, die in einen mittelalterlich anmutenden Mantel gehüllt ist und ein schwarzes, beledertes Buch in ihren Händen hält. Mit einem angedeuteten Kopfnicken begrüsst der «Alchemist», wie er sich selbst nennt, die Besucher und geht los. Er führt die Gruppe durch schmale Gassen, die man sonst wohl nur durch Zufall passieren würde. In einer abgeschiedenen Ecke beginnt der Alchemist, die Geschichte eines Wassermannes aus der Moldau zu erzählen. Dann plötzlich tritt das Fabelwesen leibhaftig aus einer dunklen Ecke hervor und fesselt seine Zuhörer mit dem Leid und der Liebe seiner Schwiegertochter.

Kafka und sein Prag

Man kann nicht sagen, dass Kafka Prag rückhaltlos liebte. «Verdammte Stadt, ein böses Muttchen mit Krallen ...», schrieb er einst wütend, als ihn die Kirchenglocken wieder mal beim Schreiben störten. Doch er hat fast sein ganzes Leben hier verbracht. Folgt man seinen Spuren, kommt man an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei und bekommt so einen spannenden Einblick in die Goldene Stadt Prag.

(pb)

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