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Ab 12. April wird erstmals das Original des St. Galler Klosterplanes gezeigt. (Foto: ZVG)
Vermischtes
Region|26.01.2019

Zeitlose, einzigartige und ­inspirierende Werte entdecken

Zum UNESCO-Weltkulturerbe Stiftsbezirk St. Gallen zählen nicht nur der weltberühmte barocke Bibliothekssaal und die prachtvolle Kathedrale. Dazu gehört auch das «Wunder der schriftlichen Überlieferung».

Ab 12. April wird erstmals das Original des St. Galler Klosterplanes gezeigt. (Foto: ZVG)

Zum UNESCO-Weltkulturerbe Stiftsbezirk St. Gallen zählen nicht nur der weltberühmte barocke Bibliothekssaal und die prachtvolle Kathedrale. Dazu gehört auch das «Wunder der schriftlichen Überlieferung».

An keinem Ort in Europa sind frühmittelalterliche Handschriften und Urkunden in nur annähernd vergleichbarer Dichte erhalten. In den kommenden vier Monaten werden drei neue Ausstellungen diesen einzigartigen Schatz einem breiten Publikum vorgestellt. Stark ausgebaut werden dabei auch die Angebote für Kinder und Familien.
Die neuen Angebote werden im Rahmen eines Programm-Crescendos mit drei Eröffnungen eingeführt, die noch bis 13. April 2019 stattfinden. Der Besucher wird dazu in modernen Inszenierungen angeregt, sich mit dem in 1400 Jahren in St. Gallen entstandenen «Wunder der Überlieferung» auseinanderzusetzen, getreu dem neuen Leitbild des UNESCO-Weltkulturerbes: «Werte zum Entdecken: zeitlos, einzigartig, inspirierend».

Seit vergangenem Sonntag zeigte die Stiftsbibliothek im neu eröffneten stimmungsvollen Gewölbekeller die neue Dauerausstellung «Gallus und sein Kloster». Sie spannt den Bogen vom Untergang der Antike über die klösterliche Überlieferung bis zur barocken Fürstabtei und zur Auflösung des Klosters in der Zeit Napoleons. Ein erster Schwerpunkt liegt auf der irischen Mission und dem Leben des heiligen Gallus. Ein zweiter Fokus gilt der karolingischen Gozbert-Basilika mit ihren aussergewöhnlichen Kapitellen. Höhepunkt ist das «Evangelium Longum» mit dem Prachteinband von Mönch Tuotilo, das um 895 entstanden ist und von vielen Experten als das schönste Evangelium der Welt bezeichnet wird. Keine zweite Handschrift dieser Zeit ist so gut erhalten und zeitnah so gut dokumentiert wie das «Evangelium Longum». Es trägt die grössten Elfenbeintafeln, die aus der Antike überliefert sind und einst Karl dem Grossen gehörten.

Am 12. März wird die Sommerausstellung der Stiftsbibliothek mit dem Titel «Vater für die Armen – Otmar und die Anfänge des Klosters St. Gallen» eröffnet. In diesem Jahr jährt es sich zum 1300sten Mal, dass Otmar im Jahr 719 als erster Abt die von Gallus gegründete Gemeinschaft zu einem eigentlichen Kloster ausgebaut hat.

(Foto: ZVG)

Am 12. April eröffnet das Stiftsarchiv schliesslich die neue Dauerausstellung «Wunder der Überlieferung». Sie öffnet den Blick auf eine Lebenswelt, wie sie uns der reichste klösterliche Urkundenschatz Europas offenbart.

Bedeutendstes Exponat ist der weltberühmte St. Galler Klosterplan. Es ist die weltweit älteste noch existierende Architekturzeichnung aus dem frühen Mittelalter und gilt als ältester noch vorhandener Bauplan Europas. Eine aufwendige Multivision erschliesst den Plan als Bühne klösterlichen Lebens. Erstmals wird die breite Öffentlichkeit dabei einen Blick auf das Original werfen können.

Parallel zu den Neu-Eröffnungen werden neue Vermittlungsformate und Programme lanciert. Dazu gehören neue und längere Führungsangebote sowie neue Attraktionen für Kinder, Familien und Schulen, wie zum Beispiel der Workshop «Schafe, Tintenklecks und Hexenschuss – Schreiben wie im Mittelalter». Ebenso werden die Shopangebote erneuert, das Personal erhält eine neue Bekleidung und bereits in Betrieb ist eine neue Webseite für die touristischen Angebote im Stiftsbezirk.

(sw)

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