Nicht mehr zeitgemäss? Der ­heilige Joseph im deutschen Oberried. (www.brunnen-sager.ch)
Vermischtes
Region|08.02.2019

Priester unter Generalverdacht

Chur macht es vor, ebenso die Kantone Lausanne, Genf und Freiburg. Wer ins Priesterseminar eintreten will, muss einen Strafregisterauszug vorlegen.

Nicht mehr zeitgemäss? Der ­heilige Joseph im deutschen Oberried. (www.brunnen-sager.ch)

Chur macht es vor, ebenso die Kantone Lausanne, Genf und Freiburg. Wer ins Priesterseminar eintreten will, muss einen Strafregisterauszug vorlegen.

Nicht nur angehende Priester, auch Priester, die ihre Stelle wechseln wollen, sind verpflichtet, einen Strafregisterauszug vorzu­legen. Zusätzlich muss auch ein Betreibungsregisterauszug vorgewiesen werden.

Persönlichkeitsrecht vs. ­Sicherheit

Mündlich darf jeder Arbeitgeber Auskunft verlangen, aber nur zu Delikten, die in direktem Zusammenhang mit der Stelle stehen. Für die Firma besteht zwar die Gefahr, angelogen zu werden. Doch das Gesetz gewichtet das Persönlichkeitsrecht des Bewerbers höher. Ein Strafregisterauszug darf nur verlangt werden, wenn die Stelle absolute Integrität erfordert, etwa bei einem Bankdirektor oder einem Polizisten.
Es gehe primär um sexuelle Handlungen mit Kindern und Jugendlichen. Wenn jemand einen Eintrag wegen zu schnellem Fahren habe, sollte dies kein Hindernis sein, um Pfarrer zu werden, liess das Fachgremium Sexuelle Übergriffe (SBK) im kirchlichen Umfeld verlauten. Aber in Chur wird kein Sünder eingestellt werden, auch nicht bei kleineren Delikten. SBK-Präsident Toni Brühlmann möchte diese Praxis schweizweit einführen. Der Antrag ist gestellt, und die Schweizer Bischöfe werden darüber entscheiden.

(sw)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Region|03.02.2019 (Aktualisiert am 03.02.19 13:55)
Raub in Sargans: Jugendlicher erbeutet 15 Franken - Täter geständig
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.