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Dass jeder Kandidat während dem Wettkampf seine beste Leistung erbringen kann, ist Teamleiter Giorgio Di Benedetto (links) stets um deren Wohl bekümmert. Hier bei seiner ersten Besichtigung der Arbeitsplätze. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|22.08.2019

Für die «WorldSkills»-Kandidaten hat der letzte Countdown begonnen

KAZAN - Zwei Tage vor Wettkampfbeginn hatte das Warten für die sechs Berufsleute ein Ende: Sie konnten in der Expo endlich ihren Arbeitsplatz beziehen und schon einmal erste Handgriffe tätigen.

Dass jeder Kandidat während dem Wettkampf seine beste Leistung erbringen kann, ist Teamleiter Giorgio Di Benedetto (links) stets um deren Wohl bekümmert. Hier bei seiner ersten Besichtigung der Arbeitsplätze. (Fotos: Michael Zanghellini)

KAZAN - Zwei Tage vor Wettkampfbeginn hatte das Warten für die sechs Berufsleute ein Ende: Sie konnten in der Expo endlich ihren Arbeitsplatz beziehen und schon einmal erste Handgriffe tätigen.

Etwas Grundlegendes hatte sich von Dienstag auf Mittwoch an der Expo verändert: Plötzlich waren die Arbeitsplätze in den verschiedenen Hallen von vielen jungen Leuten besetzt, Werkzeug wurde ausgeräumt, Stoffe zugeschnitten, Farbkübel geöffnet und Computer in Betrieb genommen. Der Austragungsort der 45. «WorldSkills» erwachte förmlich zum Leben, als die rund 1350 Kandidaten zum ersten Mal ihre Arbeitsplätze bezogen. Dabei bleibt gar nicht einmal mehr so viel Zeit, bis der Startschuss zum Wettkampf fällt. Umso wichtiger erschien es den Experten also, dass sich die Kandidaten am sogenannten «Familiarization Day», dem «Tag der Einarbeitung», in ihrem Arbeitsbereich einleben, sodass sie sich morgen, wenn die Berufsweltmeisterschaften beginnen, zurechtfinden und sich dementsprechend auch wohl fühlen.

Zudem erhielten die Kandidaten einen Einblick in ihr Testprojekt, den Aufgaben, die sie während der Berufsweltmeisterschaft erwarten werden. So zum Beispiel auch Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola Batliner, der am Vormittag mit seinen Mitstreitern im Sitzungsraum seines Arbeitsbereichs sass und den Worten des Chefexperten lauschte. Waren die Expertensitzungen sonst immer relativ still gewesen, war die Luft nun von Stimmen erfüllt. Die vielen Dolmetscher vor Ort übersetzten ihren Landsleuten den Auftrag in ihrer Muttersprache. Niemand wollte in Kauf nehmen, etwas nicht zu verstehen oder falsch zu interpretieren. Notizen machen durften sich aber weder die Kandidaten, noch die Experten, noch die Übersetzer. Zu gross sei die Gefahr, dass allfällige Notizen zum eigenen Vorteil dienen könnten, wenn sich ein Kandidat insgeheim besser auf den Auftrag vorbereiten könnte, sagte der Chefexperte der Sanitär- und Heizungsmonteure.

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Luzian Clavadetscher nahm schon einmal seine CNC-Fräsanlage in Betrieb.

Unbedingt bei Laune bleiben

Für die Kandidaten war der «Familiarization Day» nicht nur wichtig, um sich vor Ort akklimatisieren zu können und das Testprojekt zu sehen, sondern es war auch das erste Mal seit der offiziellen Verabschiedung am 12. August, dass sie wieder auf die Experten trafen. Da sie erst zwei, respektive drei Tage später anreisten als der Rest des Teams und nicht am selben Ort einquartiert sind, blieb ein solches Treffen bislang aus. Viel Zeit für grosse Gefühle blieb allerdings nicht. Immerhin wartete ja bereits die Arbeit auf die Kandidaten.

Mit den liechtensteinischen «WorldSkills»-Kandidaten betrat nun auch Teamleiter Giorgio Di Benedetto zum ersten Mal das Expo-Gelände. Seit Sonntag hatte er die sechs jungen Berufsleute auf Schritt und Tritt durch ihre ersten Tage in Kazan begleitet. Seine Aufgabe endet mit der Wiedervereinigung der Experten-Kandidaten-Teams allerdings nicht - im Gegenteil. Jetzt geht es für ihn erst richtig los, wie er dem «Volksblatt» erklärte: «Jetzt muss ich das Team bei Laune behalten. Ich muss dafür sorgen, dass sie essen, trinken und vor allem pünktlich sind.» Ausserdem erwartete ihn am Mittwochabend bereits eine Teamleiter-Sitzung.

«Jetzt muss ich das Team bei Laune behalten. Ich muss dafür sorgen, dass sie essen, trinken und vor allem pünktlich sind.»

Giorgio Di Benedetto, Teamleiter

Alles verläuft nach Plan

In den vergangenen Tagen hatten die Experten die Arbeitsplätze ihrer Kandidaten soweit wie möglich vorbereitet. Den letzten Schliff verpassten sie diesem jedoch gemeinsam. So kurz vor dem Wettkampf scheint allerdings alles nach Plan zu verlaufen: «Das ganze Material ist hier und die Technik funktioniert. Ich kann mich also nicht beklagen», sagte Claudio Nigg, Experte von CNC-Fräser Luzian Clavadetscher. Hier und da müssten noch Änderungen getroffen werden aber diese seien nicht mehr drastisch. Clavadetscher konnte seine Arbeit auf jeden Fall schon aufnehmen. So auch Dominik Manser (IT Softwareapplikationen für Unternehmen) und Luca Hogge (IT Netzwerk- und Systemadministration), die beide schon beschäftigt auf ihre Computerbildschirme starrten und in ihre Vorbereitungen vertieft waren. Gut schien es auch bei den beiden Teilnehmerinnen auszusehen. So hatte Malerin Desirée Ackermann bereits ihre Ausrüstung ausgepackt und begutachtete die Wand, die sie ab morgen farbenfroh bemalen wird. Bei Lena Schädler, Fachfrau Gesundheit, mutete es erst einmal gemütlich an. So zumindest für ihre Expertin Katharina Lorenz-Klemm, die Mitten am Nachmittag vermeintlich entspannt im Krankenbett lag. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass dies nur ein Teil der Vorbereitung ihrer Kandidatin war. Denn Schädler wird während den «WorldSkills» unter anderem Testpatienten behandeln und beraten müssen.

Dominik Manser

«Hier ist alles sehr gross und modern. Zwar habe ich noch nicht gross an meinem Arbeitsplatz gearbeitet, doch ich bin zufrieden mit meinem Platz.» - Dominik Manser; IT Softwareapplikationen für Unternehmen

Luzian Clavadetscher

«Dadurch, dass hier alles so gross ist, bin ich erstaunt, dass das ganze Material auf dem Platz ist, auf dem es sein sollte.» - Luzian Clavadetscher; CNC-Fräsen

(mw)

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