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Wolfgang Wanger von der Liechtensteinischen Landespolizei. (Fotos: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|13.11.2019

Polizist: Mein Traumberuf

«Wenn ich gross bin möchte ich …», jedem Kind geht dieser Satz einmal über die Lippen. Bei den einen wird es so, andere lernen schlussendlich etwas ganz anderes.

Wolfgang Wanger von der Liechtensteinischen Landespolizei. (Fotos: Michael Zanghellini)

«Wenn ich gross bin möchte ich …», jedem Kind geht dieser Satz einmal über die Lippen. Bei den einen wird es so, andere lernen schlussendlich etwas ganz anderes.

Seit 15 Jahren ist Wolfgang Wanger im Dienst als Polizist, dabei war es als Kind alles andere als sein Traumberuf. «Als Kind hatte ich mit der Polizei nichts am Hut», erzählt er im Gespräch. Damals hat er eine Lehre als Mechaniker absolviert und weiter auf diesem Beruf gearbeitet. In der Hilti trat er auch der Betriebsfeuerwehr bei und hatte seine ersten Kontakte mit einer Blaulichtorganisation. In seinem Freundeskreis gab es einige Polizisten und so nahmen die Dinge ihren Lauf.

Die Bewerbung

«Mein heutiger Chef bei der Polizei hat damals zu mir gesagt, dass die Polizei etwas für mich wäre», und so hat sich Wolfgang Wanger für die Bereitschaftspolizei bei der Liechtensteinischen Landespolizei beworben. Nach eineinhalb Jahren war für ihn klar: «Ja, das ist das, was ich machen möchte. Bei dieser Arbeit weiss man nie, was passiert, in einem Moment ist es ruhig und im anderen Moment kommt ein Notruf rein.»

Nicht mein Beruf, sondern meine Berufung

Wenn Wolfgang Wanger von seinem Alltag erzählt, strahlt er. «Ich muss sagen, dass ich meinen absoluten Traumberuf gefunden habe. Für mich ist es nicht ein Beruf, sondern meine Berufung.» So wurde Wolfgang Wanger erst mit 33 Jahren Polizist. Er geniesse auch die verschiedenen Arbeitszeiten. Müsse er die Spätschicht antreten, so könne er am Morgen einiges unternehmen und wenn er für die Frühschicht eingeteilt ist, so hat er den Nachmittag, um seinen Hobbys nachzugehen. Wenn Wolfgang Wanger nicht in Polizeiuniform unterwegs sei, so setze er sich sehr gerne auf sein Motorrad und dies kann er auch in der Arbeit unterbringen, denn auch mit der Polizei geht er mit dem Motorrad auf Patrouille.

«In diesem Moment realisierte ich, dass ich alleine bin. Es war zwar ein Bereitschaftspolizist dabei, doch ich musste die Entscheidungen treffen, ich hatte die Verantwortung.»

Mein erster Einsatz

Einst war Wolfgang der Neue, heute bringt er den Polizisten einiges bei und dies funktioniere mit dem Götti-Prinzip. Jeder «Neuling» bekommt einen oder eine Polizistin an die Seite, die einem alles zeigt. Sei es einen Polizeiraport zu schreiben oder auf was man achten sollte, wenn man auf Patrouille ist. Wolfgang Wanger sagt seinem damaligen Polizei-Götti immer noch so. Doch bereits an seinem ersten Arbeitstag wurde es für Wanger ernst und er musste ohne seinen Götti die Stellung halten. «Ich weiss noch gut, als die Meldung kam, dass ein Typ mit einer eingeschalteten Motorsäge seinem Nachbarn hinterher läuft. Ich musste ausrücken und werde nie vergessen, wie mein Herz damals pochte», erklärt Wanger. Heute kann er schmunzeln, wenn er diese Geschichte erzählt, doch damals wurde es zum ersten Mal ernst. Er rückte aus und bot auch gleich weitere Polizisten per Funk auf. Da diese einen langen Weg zurücklegen mussten, war ihm klar: «In diesem Moment realisierte ich, dass ich alleine bin. Es war zwar ein Bereitschaftspolizist dabei, doch ich musste die Entscheidungen treffen, ich hatte die Verantwortung.» Vor Ort ging es dann aber glimpflich aus und der Fall wurde schnell geregelt. Es könne mal «brennzlig» werden. Doch oftmals trifft man vor Ort eine harmlosere Situation an, als dies beim Notruf angegeben werde. 

Gross und Klein bewundern einen

Wenn die Liechtensteinische Landespolizei auf Patrouille ist, werden sie auch immer wieder von Kindern angesprochen: «Die Kleinen haben keine Hemmungen und fragen uns auch direkt, was wir denn hier tun. Ob wir eine Waffe dabeihaben und was wir sonst noch alles am Gurt mitschleppen. Sie fragen auch, ob sie auf das Polizeimotorrad sitzen dürfen und dann ermöglichen wir ihnen das gerne.» Es sei schon schön, wenn man von den Kleinen so bewundert werde. In diesem kleinen Land trifft man auch immer wieder Leute, mit denen man schon zu tun hatte. Aus seinen 15 Jahren ist ihm ein Mann besonders in Erinnerung geblieben: «Wir waren auf Patrouille, als uns Passanten auf der Strasse herbeiwinkten. In einem Auto lag ein bewusstloser Mann. Wir haben ihn gleich aus dem Auto genommen und mit der Reanimation begonnen. Gut 15 bis 20 Minuten hat es gedauert, bis die Rettung eintraf und übernahm. Es stellte sich dann heraus, dass er mit dem Auto auf dem Weg zum Arzt war und ein medizinisches Problem mit dem Herzen hatte. Er wurde bewusstlos, touchierte mehrere Autos, ehe er zum stehen kam. Dank unserem schnellen Handeln hat er überlebt und konnte nach drei Tagen wieder nach Hause.» Heute noch trifft er diesen Mann: «Wenn ich ihn sehe, nehmen wir uns die Zeit, um kurz zu reden. Seit einiger Zeit ist er öfters mit einem Kinderwagen unterwegs. Er hat sich bei mir bedankt, weil er seine Enkelkinder nur dank unserer Hilfe aufwachsen sieht.» Solche Rückmeldungen der Bevölkerung machen einen stolz und freue einen auch riesig. auch nach 15 Jahren würde Wolfgang Wanger diesen anspruchsvollen und abwechslungsreichen Beruf wieder wählen. 

(um)

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