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Leonie Risch hat im Jahr 2018 den Schritt zur Selbstständigkeit gemacht. Ihre Handtaschen sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch multifunktional und langlebig sein. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|03.07.2020

Leonie Risch: Handtaschen «made in Liechtenstein»

Aufgewachsen ist Risch in Liechtenstein, besuchte die Pflichtschule und ging im Anschluss ans Gymnasium in Vaduz. Doch früh war klar, dass die Mode ihre Zukunft sein wird. Sie ist zwischen Schuhschachteln und Leder aufgewachsen und kam davon nicht mehr los.

Leonie Risch hat im Jahr 2018 den Schritt zur Selbstständigkeit gemacht. Ihre Handtaschen sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch multifunktional und langlebig sein. (Fotos: Michael Zanghellini)

Aufgewachsen ist Risch in Liechtenstein, besuchte die Pflichtschule und ging im Anschluss ans Gymnasium in Vaduz. Doch früh war klar, dass die Mode ihre Zukunft sein wird. Sie ist zwischen Schuhschachteln und Leder aufgewachsen und kam davon nicht mehr los.

Dass Leder und Verkaufen ihre Welt ist, wusste sie also schnell und so besuchte sie nach dem Gymnasium ein Jahr lang einen Kunstvorkurs in Zürich. Im Anschluss startete sie das Designmanagement- Studium in Luzern. Mit dem Bachelor in der Tasche kam Risch zurück nach Liechtenstein und konnte endlich mit ihren eigenen Handtaschen starten. Wieder zu Hause im «Kinderzimmer » angekommen, durfte sich Risch im Keller ausbreiten: «Ich darf bei meiner Mama im Keller mein Atelier betreiben und somit habe ich wenig Ausgaben. Das nutze ich aus, um meine Firma aufzubauen.» Risch zeigt sich überzeugt und entschlossen. «Mut für die Selbstständigkeit brauchte ich nicht und das liegt bei uns auch in der Familie. Ich bekam das von meiner Mama vorgelebt und versuche es nun selbst. Ich denke rund um die Uhr an nichts anderes und bin von den Handtaschen angefressen. Ich musste es einfach tun.» Da sie die Möglichkeit hatte, wollte sie den Schritt wagen. Zudem habe sie das Glück, nicht nebenbei noch einem Job nachgehen zu müssen. Da sie günstig zu Hause leben kann, könne sie sich voll und ganz auf ihre Firma konzentrieren.

Taschen anstatt Schuhe und Kleider

Dass Risch Taschen entwirft und produziert, habe eigentlich einen unromantischen Grund, doch war für sie der einfachste Weg: «Ich habe immer gewusst, dass ich Mode machen möchte, weil mir das schon immer gefiel. Bei Schuhen und Kleidern braucht man aber Schnittgrössen und auch viel mehr Wissen.» Zudem könne man nicht einfach nur ein Exemplar herstellen, sondern braucht davon auch noch jede Kleidergrösse oder Schuhgrösse. Mit den verschiedenen Grössen seien nicht nur der Aufwand, sondern auch die Ausgaben höher. Bei den Handtaschen sei dies weitaus einfacher. «Ich hatte wenig Wissen und logischerweise kein Geld. Darum bin ich bei den Taschen gelandet », erzählt Risch. Bei Risch durchläuft eine Tasche den ganzen Weg von der Idee bis zum Endprodukt. Das heisst, sie entwirft zuerst das Produkt. «Ich versuche, die Taschen multifunktional zu machen. Da meine Taschen preislich bei etwa 1000 Franken liegen, muss ich auch etwas bieten», erklärt Risch. Für sie sei nicht nur wichtig, dass die Tasche gut aussehe, sondern auch beispielweise verstellbar sei. Dabei achte sie darauf, dass verschiedene Systeme funktionieren. Erst dann werde gezeichnet und genäht. «Sobald alles passt, wie ich es haben will, stelle ich Prototypen her und gebe sie meinen Familienmitgliedern zum Ausprobieren. Von ihnen bekomme ich dann auch gutes Feedback, was passt und was nicht.» Danach gehe es weiter in die Fabrik. Da bespreche sie dann alles Weitere rund um die Handtasche.

Nachhaltig und langlebig

Die Handtaschen von Leonie Risch werden bei einer kleinen Firma im Tessin hergestellt. Diese verwende Kalbsleder und weitere Materialien aus Italien. Insofern rechtfertige sich auch der Preis. Einerseits werden Schweizer Löhne ausgezahlt, andererseits nutzt Risch hochwertiges Material für ihre Handtaschen. «Mir ist wichtig, dass es in der Nähe produziert wird. Mein Traum wäre natürlich, meine Handtaschen in Liechtenstein herzustellen. Ich will von A bis Z so lokal wie möglich sein», sagt Risch. Zudem sterbe das Lederhandwerk in der Schweiz langsam aus und das sei schade: «Wenn wir schon immer von Nachhaltigkeit sprechen, dann sollten wir auch unsere lokalen Unternehmen unterstützen. » Eine Produktion mit Echtleder mache nicht jeden glücklich, doch Risch nutzt das, was ansonsten im Abfall landen würde: «90 Prozent vom Leder, das in Italien verarbeitet wird, sind Reste aus der Fleischproduktion. » Es gäbe Alternativen wie Falschleder aus Plastik, doch dann entscheide man sich, vegan zu leben oder der Umwelt etwas Gutes zu tun. Natürlich gebe es auch Produkte aus pflanzlichen Materialien, doch die seien nicht so langlebig. Für Risch sei klar: Ihre Produkte sollen gefallen, gute Qualität haben und lange leben. Somit könne sie zu 100 Prozent dahinterstehen und nachhaltig sein.

«Ich muss mich beweisen»

Lange ist Risch noch nicht im Handtaschen-Business dabei und sei, wie sie selbst sagt, ein «No Name». «Die Leute geben gerne 1000 Franken für eine Tasche aus. Dann handelt es sich aber beispielsweise um Gucci, doch das ist bei mir noch der Knackpunkt. Ich muss mich bei den Leuten bekannt machen und ihnen beweisen, dass es sich lohnt, meine Produkte zu kaufen.» Dennoch kann Risch aber schon von einem Erfolg sprechen, denn es gebe durchaus schon einige Kunden, die ihre Produkte kaufen.

(um)

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