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Harry Zech bei der Weinlese in Mauren. (Fotos: Paul Trummer)
Vermischtes
Liechtenstein|23.10.2020

«Beim Riesling-Silvaner hatte ich schon lange nicht mehr so gute Trauben»

Harry Zech baut auf knapp drei Hektar im Oberund Unterland seine Reben an. Jüngst ging es an die Weinlese oder das sogenannte «Wimmeln» im Haberwald in Mauren. Die Bilanz fällt, trotz der vielen Wespen in diesem Jahr, positiv aus.

Harry Zech bei der Weinlese in Mauren. (Fotos: Paul Trummer)

Harry Zech baut auf knapp drei Hektar im Oberund Unterland seine Reben an. Jüngst ging es an die Weinlese oder das sogenannte «Wimmeln» im Haberwald in Mauren. Die Bilanz fällt, trotz der vielen Wespen in diesem Jahr, positiv aus.

Die Reben von Harry Zech verteilen sich auf die Hänge der Gemeinden Vaduz, Mauren und Bendern. Der Kirchhügel in Bendern ist seit diesem Jahr neu dazugekommen. An den insgesamt acht Rebbergen züchtet er unterschiedliche Rebsorten. Auf einem davon, in Mauren, fand nun vergangene Woche die Weinlese für den Rivaner und Sauvignon Blanc statt.

«Die Auslese ist sehr gut bis ausgezeichnet, so gute Trauben hatte ich schon lange nicht mehr. Man merkt es auch, wenn man die einzelnen Beeren isst, sie sind sehr fruchtig und aromatisch», zeigt sich Zech zufrieden. Insgesamt sei das Jahr wetterbedingt sehr positiv verlaufen: «Die Rebe benötigt relativ viel Sonnenschein und zwischendurch etwas Regen. Niederschläge gab es dieses Jahr genügend und sie waren zudem gut verteilt. Somit war es ein gutes Jahr», erklärt Zech. Die Prophezeiung, dass die Vielzahl der Wespen sich negativ auf die diesjährige Weinauslese auswirken wird, hat sich in Mauren nicht bewahrheitet. Es seien zwar einzelne Trauben teilweise angestochen und das Fruchtfleisch ausgefressen, so extrem wie prophezeit sei es aber laut Zech bis jetzt nicht gewesen. Ein schlechtes Jahr war beispielsweise 2017, da der Spätfrost im Frühling die Ernte um die Hälfte reduziert habe. Ein Jahr darauf hatte Zech dafür sein bisher bestes Jahr: «Mengenmässig hatte ich noch nie so viel Trauben wie 2018.» Dieses und das vergangene Jahr seien durchschnittlich gute Jahre gewesen, im Schnitt konnte er 5 bis 8 Tonnen ernten. Ein Kilogramm Trauben ergebe dabei eine Flasche mit 7,5 dl, die Ausbeute belaufe sich auf circa 70 Prozent.

Nachfrage nach Bioweinen steigt

Seit 2014 produziert Harry Zech seinen Weinbau biodynamisch gemäss den Demeter-Richtlinien, das heisst, es wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, auf Herbizide und auf Kunstdünger verzichtet. Die Trauben müsse er dennoch spritzen, da sie sehr empfindlich gegen die Pilzkrankheiten wie echten und falschen Mehltau seien. Er nehme dabei einfach andere Mittel, die im biologischen Weinbau erlaubt seien. Anstatt giftiger chemischer Mittel verwendet er Kupfer, Schwefel, Gesteinsmehl und Backpulver. Zudem füge er bei jeder Spritzung einen anderen Tee wie Acker- Schachtelhalmtee, Kamillentee, Brennesseltee hinzu – je nachdem wie es den Reben gehe. Seitdem er auf den biodynamischen Weinbau umgestellt hat, nehme die Nachfrage immer mehr zu. «Es gibt immer mehr Weinkenner, die auf biologischen Wein Wert legen », erklärt Zech zufrieden. Mit den vollen Standen fahre er nach der Weinauslese in den Keller und lade sie dort ab. Danach werden diese in die Presse reingekippt. «Die Trauben werden ausgepresst und der Saft kommt in einen Tank, den man über Nacht stehen lässt, um ihn zu klären, damit er sich vom Traubenstein trennt», erklärt Zech weiter. Dann müsse der Saft wieder in einen anderen Tank. Seit Zech Demeter-Wein mache, lasse er ihn spontan gären, das heisst, er füge kein Hilfsmittel dazu, sondern müsse einfach abwarten. Nach einem oder zwei Tagen werde dann der Gärungsprozess beginnen, woraufhin es drei bis vier Wochen dauert, bis der Jungwein entsteht. «Eigentlich ist Weinmachen gar nicht so schwer. Wichtig sind gesunde, reife und aromatische Trauben», betont Zech mit einem Lächeln.

(lk)

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