Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Man sieht dem Fotografen Sepp Köppel die Begeisterung an den Ausstellungen im Museümli an - nun präsentiert er mit seinem Blick durch die Kamera den Ausstellungsbetrieb seit der ersten Stunde. (Foto: ZVG)
Kultur
Region|30.08.2019 (Aktualisiert am 30.08.19 10:10)

Jubiläum im Museümli: «Die Dreissigste» mit Sepp Köppel

Das Museümli Buchs lockt zum Heimspiel: Fotograf Sepp Köppel aus Gams zählte nach und erklärte kurzerhand das Jubiläum.

Man sieht dem Fotografen Sepp Köppel die Begeisterung an den Ausstellungen im Museümli an - nun präsentiert er mit seinem Blick durch die Kamera den Ausstellungsbetrieb seit der ersten Stunde. (Foto: ZVG)

Das Museümli Buchs lockt zum Heimspiel: Fotograf Sepp Köppel aus Gams zählte nach und erklärte kurzerhand das Jubiläum.

Seine persönliche «carte blanche» für die dreissigste Ausstellung im ehemaligen Generatorenhäuschen widmet er den vergangenen 29. Er kennt diesen Raum besser als seine Hosentasche, ist immer wieder begeistert von seiner sakralen, kraftvollen Aura, die bei schlechtem Wetter auch mal in Grautönen strahlt. «Es ist ein grosszügiger Raum. Er integriert alles Gewesene, ist voll präsent, verzeiht Milde und zeigt sein Potenzial für das, was noch kommt. Hier ist alles möglich. Ein Glücksfall, dass er ein Ort des Schauens, ein Ort der Berührung geworden ist.» Sepp Köppel muss es wissen, dokumentiert er doch den Ausstellungsbetrieb im Museümli seit der ersten Stunde fotografisch. Er sucht den Blickwinkel, spricht mit dem Licht, verwebt Werke, Formen, Menschen und Raum. Hält Momente fest, wie sie – selbst wenn er sie zeigt – nie wieder gesehen werden sollen.

«Ich mag das Quadrat»

Begonnen hat die fotografische Reise des ehemaligen Maurermeisters und Berufsschullehrers nicht etwa mit Beton, sondern am Wasser. Seit 40 Jahren geht Sepp Köppel den Wasserlachen nach. («Irgendwie muss das einen tieferen Sinn haben.») Er lässt sich faszinieren von Wasser in jeder möglichen Erscheinung und Dimension, ganz besonders von den feinen Strukturen und Farben im Eis. Bei jedem Licht, jedem Wetter und zu jeder Tageszeit schärft er seine Sinne und beobachtet dabei auch langfristige ökologische Entwicklungen. Mit der gleichen Aufmerksamkeit fürs Werden und Vergehen schaut er auch auf die Pflanzenwelt. Die Fotografie ist für ihn ein unendliches Medium mit nur einer Vorgabe: dem Rechteck. Inspiriert durch intensive Auseinandersetzung mit Paul Klee treibt ihn die ewiggleiche Frage an: Wie, mit welchen Formen, Farben und Klängen gestalte ich ein Rechteck, ein Bild im Gleichgewicht?

Unaufgeregt dokumentarisch

Handwerkliche Präzision ist dabei Ehrensache. Sinnigerweise hatte ihn die malerische Auseinandersetzung mit Farben zur Schwarz-Weiss-Fotografie gebracht, welche er während vieler Jahre an der Kunstschule Liechtenstein unterrichtete. Sepp Köppels Neugier, höchste technische Ansprüche und sein experimenteller Drang kommen auch in der digitalen Fotografie voll zum Zug. So entdeckte er den Scanner als digitale Dunkelkammer und alles Dünne und Halbdurchsichtige als Negative. Bei so viel Schaffenskraft erstaunt es nicht, dass er bei nationalen und internationalen Fotowettbewerben Gold und Silber abräumt. Und auch nicht, dass er gerne grossformatig arbeitet, wie 2012 für die Einzelausstellung «Die eingefrorene Dynamik des Rheins» im Engländerbau Vaduz. Seine Energie für Buch- und Ausstellungsprojekte sowie künstlerische Kooperationen ist so unerschöpflich wie sein Archiv. Vielleicht liegt es daran, dass er seine eigene Mission lebt: «Wer sich kreativen Räumen öffnet und damit auseinandersetzt, denkt anders, lebt freier und reicher. Kunst entsteht nur durch die Beschäftigung mit Kunst», und, eine Spur zu bescheiden, «der künstlerische Wert ist für mich nicht relevant. Ich bin ein Fotograf, der sich urmässig allem widmet, aus dem kein offensichtlicher Nutzen gezogen wird.» So gesehen: Wen wundert’s, wenn sich am Samstag, den 31. August an der Altendorferstrasse (bei der Mühle Senn) die kleine, aber feine Ausstellungswelt nicht um Sepp Köppel dreht. Es wird ein bisschen sein wie immer: Köppel dreht sich um die kleine, aber oho!-Ausstellungswelt des Museümli. 

Ausstellung im Museümli

Wie immer dauert auch die Jubiläumsausstellung genau einen Tag. Die Arbeiten von Sepp Köppel sind am Samstag, den 31. August, an der Altendorferstrasse (bei Mühle Senn) in Buchs zu sehen: Vernissage ist um 10 Uhr vormittags, Ausstellungsende um 18 Uhr abends. Weitere Informationen: www.museümli.ch.

(pd)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Kultur
Region|27.09.2019
Krempel startet mit vielen Highlights in die Saison 19/20
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung