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(V. l. n. r.) Irene Nigg, Josef Riederer und Rudolf Good vom Dorf-Museum Pfäfers. (Foto: ZVG)
Kultur
Region|20.11.2020

Die Geschichte von Pfäfers neu erleben

Seit Anfang Oktober besitzt Pfäfers dank der lokalen Ortsgemeinde ein eigenes Dorf-Museum. Die von Josef Riederer auf die Beine gestellte Ausstellung findet Platz im Haus zur Taube beim Lindenplatz und lässt einen tief eintauchen in die bewegte Geschichte des Dorfes.

(V. l. n. r.) Irene Nigg, Josef Riederer und Rudolf Good vom Dorf-Museum Pfäfers. (Foto: ZVG)

Seit Anfang Oktober besitzt Pfäfers dank der lokalen Ortsgemeinde ein eigenes Dorf-Museum. Die von Josef Riederer auf die Beine gestellte Ausstellung findet Platz im Haus zur Taube beim Lindenplatz und lässt einen tief eintauchen in die bewegte Geschichte des Dorfes.

Eigentlich sei eine grosse Eröffnung geplant gewesen im Oktober, erklärte Irene Nigg, Präsidentin der Ortsgemeinde Pfäfers. Doch die Pandemie habe ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihre beiden Kollegen, Kassier Rudolf Good und Initiant Josef Riederer, wie auch sie würden jetzt auf einen Tag der offenen Tür mit einem Eröffnungsfest im Sommer 21 hoffen.

Die bekannten Ortsbürger geehrt

Eine kurze Treppe führt hinauf ins eigentliche Dorf-Museum, und an den Wänden des Vorraums werden die bekannten Söhne von Pfäfers geehrt. Es sind dies «Steinbockvater » Robert Mader, Theophil Nigg, Entdecker und Ausgräber der prähistorischen Höhle Drachenloch, sein Sohn Toni, welcher das Drachenlochmuseum in Vättis gestaltete, sowie Volksmusikant Anton «Tistelitöni» Egger, Politiker Flavian Bislin und Flavian Egger, der als letzter äbtischer Badedirektor im Bad Pfäfers gewaltet hat.

Die Liebe zum Detail

Auch wenn das neu gestaltete Museum im Haus zur Traube flächenmässig auf einem Stock Platz findet, sind es die kleinen und feinen Details, die gerne zum längeren Verweilen und Entdecken einladen. Zu sehen gibt es nicht nur alte Fotos, Postkarten oder Texte, sondern auch eine Fasnachtsmaske, ein altes Feuerwehrhorn, Bücher, eine Schreibmaschine, Schallplatten und viele weitere Zeugen aus längst vergangenen Zeiten. Es ist dieses sorgfältige und liebevolle Aufarbeiten der lokalen Geschichte, welches die Ausstellung so sehenswert und kurzweilig gestaltet. Zusätzlich erklärt eine imposante Diashow humorvoll und kurz zusammengefasst alles Wissenswerte zum Dorf, welches ursprünglich um das Kloster herum errichtet wurde. In diesen rund 12 Minuten wird aufgezeigt, wie der Legende nach das Wappen mit der Taube und dem blutigen Span im Schnabel entstanden ist, wie kurios früher in der Taminaschlucht gebadet wurde, sowie im Allgemeinen, wie sich das Dorf über die Jahrhunderte hinweg gewandelt hat. Neben vielen Ausstellungsstücken sind zudem auch noch QR-Codes angebracht, die Übersetzungen, Klangbeispiele und viele weitere Dinge bereithalten. Dies beweist, dass die Ortsgemeinde versucht, einen Mehrwert zu schaffen und zusätzlich auch den Jungen die Wurzeln möglichst lebhaft näherbringen will.

Der Schatzmeister Josef Riederer

Wenn er beginnt, über die Geschichte von Pfäfers zu reden, strahlen seine Augen, und die Begeisterung ist definitiv ansteckend. Die Ortsgemeinde Pfäfers profitiert definitiv von ihrem Schatzmeister Josef Riederer, der die Ausstellung mit spannenden Anekdoten untermalt. Es ist seine Sammlerleidenschaft, welche Pfäfers eine stimmige Lebenslinie verleiht, wo regelmässig uralte Schätze geborgen werden. Wie Riederer sagt, sei es ihm ein grosses Anliegen, dass die Einwohner von Pfäfers, wenn sie auf ein altes Schriftstück stossen, dieses nicht entsorgen. Viel zu viele Dokumente seien durch den Umstand, dass es die Person nicht entziffern konnte, weggeworfen und somit auch für immer verloren gegangen. Dies sei extrem schade, doch inzwischen hätten sie im Dorf-Museum ein prächtiges Archiv errichtet. Dort habe es definitiv noch einige Plätze frei für weitere Schätze rund um die Geschichte von Pfäfers. Das Museum kann ab sofort jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr oder auf telefonische Anmeldung (081 302 36 89) besichtigt werden. Einen speziellen Dank aussprechen möchte er den zahlreichen Stiftern von Exponaten der Ausstellung.

(red)

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