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Region|08.11.2019

Sage Nein!

In meinem letzten Text habe ich das Thema ganz kurz angeschnitten, wie wichtig es ist, auch mal Nein zu sagen.

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In meinem letzten Text habe ich das Thema ganz kurz angeschnitten, wie wichtig es ist, auch mal Nein zu sagen.

Natürlich sollte man nicht nach dem Motto «Nach mir die Sintflut» und ohne Rücksicht auf Verluste seine eigenen Interessen durchboxen. Man darf auch mal seine eigenen Befindlichkeiten hintenanstellen, wenn man dem anderen etwas Gutes tun kann. Wenn das aber zur Gewohnheit und im schlimmsten Falle ausgenutzt wird, sollte man schleunigst die Reissleine ziehen und NEIN sagen! Das sagt sich so leicht? Auf gar keinen Fall! Doch warum fällt uns das oft so schwer?

Angst, nicht gemocht zu werden

Das beginnt oft schon in der Kindheit. Wir tun anderen einen Gefallen, um gemocht zu werden. Man kann jedoch ohnehin nicht von allen gemocht werden. Diejenigen, die dich nur mögen, wenn du für sie von Nutzen bist, sind ohnehin keine wahren Freunde und rauben dir letztendlich nur Energie.

Gebraucht werden

Wir alle wollen gebraucht werden. Es gibt uns ein gutes Gefühl, anderen zu helfen. Doch wenn sich dies zu einem ausgewachsenen Helfersyndrom entwickelt, besteht die Gefahr, dass DU am Ende zu kurz kommst.

Angst vor Konsequenzen

Oftmals endet ein Nein in Diskussionen und vielleicht sogar in Streit. Gerade wenn man konfliktscheu ist, neigt man dazu, Ja zu sagen «um des lieben Friedens willen».

Manipulation

Schmeicheleien («Du wärst ein riesen Schatz, wenn …»), Mitleidstour («Ich schaff es einfach nicht alleine»), emotionale Erpressung («Immer lässt du mich hängen»). Solche Sätze kennt man zu Genüge. Auch wenn’s schwer fällt, lass dich nicht darauf ein. Deshalb haben wir zwei Ohren (hier rein – da raus)!

Nicht egoistisch sein wollen

Mal ehrlich: Niemand möchte egoistisch wirken. Man hilft ja gerne. Doch manchmal braucht es eine gesunde Portion Egoismus. Seine eigenen Aufgaben und sich selbst auf Dauer zu vernachlässigen, wäre doch zu viel der Selbstlosigkeit. Lass dich nicht davon beeinflussen. Du alleine weisst, wie viel du für andere tust.

Was kannst du tun?: Bedenkzeit

Fühlst du dich von einer Bitte überrumpelt? Mir geht es häufig so, dass ich zu vorschnellem Ja neige, wenn man mich am Telefon um etwas bittet. Bitte dein Gegenüber ebenfalls um etwas: Bedenkzeit! «Ich muss erst meinen Kalender checken und gebe dir dann Bescheid.»

Ausweichmöglichkeit

«Heute habe ich leider keine Zeit, aber morgen könnte ich es mir einrichten.» Biete deinem Gegenüber eine Alternative an, die auch für dich stimmig ist. Damit zeigst du, dass dir der/die andere nicht egal ist, bleibst dir aber selbst treu.

Erklärungen

Manchmal hilft es, ein Nein besser zu verstehen, wenn du erklärst, warum du diese Aufgabe gerade nicht erledigen kannst. Erklären, nicht rechtfertigen! Aber Achtung! Hier kommt es ganz stark darauf an, wie dein Gegenüber tickt. Manipulatoren räumen gerne für dich die soeben argumentierten Hindernisse aus dem Weg, um dich doch noch rumzukriegen. Da hilft manchmal nur ein ganz klares und überdeutliches Nein.

Sei freundlich, aber bestimmt

Anstatt dem Gegenüber ein «Mach deinen Mist doch alleine» vor den Latz zu knallen, erkenne seine Situation an und sage bestimmt Nein. «Ich kann verstehen, dass du gerade unter Druck stehst, aber ich kann dir heute leider nicht helfen.»

Und etwas für Fortgeschrittene:

Nein! Punkt und aus.

(ml)

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