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Lifestyle
Region|22.11.2019

Meine Katze, der Hedonist

Neulich besuchte ich einen Vortrag zum Thema Streben nach Glück.

(Foto: SSI)

Neulich besuchte ich einen Vortrag zum Thema Streben nach Glück.

Die Quintessenz besagte, dass sich Glück aus zwei Komponenten zusammensetze: Das hedonistische Glück mit seinen flüchtigen Glücksmomenten, die ebenso rasant wieder verebben, wie sie gekommen sind und das endaimonistische Glück, welches sich auf unserer inneren Haltung dem Leben gegenüber aufbaut und das zu langfristiger Zufriedenheit führt. Als ich nach dem Vortrag nach Hause kam, erwartete mich bereits mein persönlicher grosser kleiner Glücksfaktor: Ein kleines, unfassbar flauschig weiches Etwas mit samtig weissem Wolkenfell, das sich nun seit ein paar Wochen in unser Herz geschnurrt hat. Schon bald hatte er meinen Klavierhocker gemütlich ausgestreckt für sich beansprucht und erschnurrte sich genüsslich seine Streicheleinheiten. In dem Vortrag hiess es ausserdem, dass man nicht ausschliesslich den zufälligen Glücksmomenten nachrennen solle, da das langfristig nicht zufrieden mache. Bei unserem Katerli sieht das aber ganz anders aus. Der lebt für solche Momente, tut aber auch lautstark seinen Unmut kund, wenn das flüchtige Leckerli aufgegessen, die Federspielangel aufgeräumt und sein wandelnder Dosenöffner ihm nicht mehr all die Aufmerksamkeit schenkt, die er verdient. Kleine grosse Glücksmomente Er liebt es, beim morgendlichen Schminken vom Waschbecken aus zu beobachten (in dem er auch sehr gerne die Nacht verbringt), in der Ecke hinter der Globusbar zu schlummern (der kleine Alkoholiker), mit meinen Haaren zu spielen oder die Bändel meiner Jogginghose zu fangen. Da Letzteres nie ohne Krallen in meinem Bein endete, hab ich das Ding einfach abgeschnitten und ihm zum Spielen hingeworfen. Der Kleine ist ausgerastet vor Freude. Schränke und Schubladen sind äusserst spannendes Terrain. Das Aus- und Einräumen der Spülmaschine gestaltet sich dementsprechend anspruchsvoll, wenn er dabei ist. Es macht ihm Spass, die Grenzen auszuloten, ob wir ihm nicht doch mal erlauben, auf den Tisch zu springen. Mit meinem Mann zu spielen, ist ebenfalls aufregend. Er gestaltet das einfach spannender als ich. Ich bin da eher für die Kuschelstunden zuständig. Mit Vorliebe tapst der kleine Flauschball über meinen Laptop und drückt mir dabei meine Serie weg oder erfindet unkonventionelle Melodien beim Spazieren über meine Klaviatur. Doch das grösste Glück in nicht mehr allzu langer Zukunft: Ein kleiner Spielpartner. Denn auch wenn wir ihm noch so viel Zeit und Liebe schenken, einen tierischen Kumpel können wir einfach nicht ersetzen.

(ml)

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