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Region|17.01.2020

Loslassen

Immer wieder werden wir mit der Aufgabe kon­frontiert, etwas oder jemanden loszulassen. Das kann so richtig schmerzhaft sein.

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Immer wieder werden wir mit der Aufgabe kon­frontiert, etwas oder jemanden loszulassen. Das kann so richtig schmerzhaft sein.

Hier ein paar Tipps, wie man sich ­konkret an das schwierige Thema heranwagen kann.

Woran halten wir fest?

Vermutlich am schwierigsten loszulassen sind andere Menschen: Eltern ihre Kinder (erstes Mal beim Babysitter, erster Freund, Auszug, Hochzeit), eine grosse Liebe oder eine verstorbene Person. Menschen, die einem nicht guttun, die einem aber dennoch viel bedeuten. Träume, die sich nicht erfüllen oder die alte Heimat, die womöglich nichts mehr mit der Person zu tun hat, die man heute ist. Besonders verzwickt: verletzte Gefühle, Selbstzweifel, alte Muster.

Warum halten wir fest?

So viele Menschen haben Angst vor Veränderung. Darum verharren sie lieber in einer Situation, die ihnen nicht guttut, als dass sie die beängstigende Veränderung in Kauf nehmen, die aber nötig ist und die sie am Ende glücklich machen würde. An Dingen festzuhalten, die nicht mehr für uns bestimmt sind, oder uns nicht guttun, hält auf und fesselt regelrecht. Auch wenn es schmerzt, gibt es schlussendlich die nötige Kraft für Neues, wenn wir loslassen.

Wie lassen wir los?

Fragen Sie sich, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn Sie etwas ziehen lassen. Machen Sie sich bewusst, was genau Sie davon abhält, loszulassen und was Sie gewinnen würden, wenn Sie es denn täten. Halten Sie an einem Traum fest, aus Angst, ansonsten als Versager zu gelten? Sorgen Sie sich darum, jemanden zu enttäuschen? Loslassen heisst nicht gleich versagen oder im Stich lassen.

Umgebung wechseln

Orte rufen Erinnerungen hervor. Wenn diese zu schmerzhaft sind, hilft es, solch vorbelastete Orte zu meiden. Ist ein drastischer Schritt erforderlich, ist manchmal die einzig heilsame Lösung, an einem anderen Ort einen Neuanfang zu wagen.

Klärendes Gespräch

Führen Sie ein klärendes Gespräch und verzeihen Sie! Auch wenn zu viel passiert ist und man dennoch getrennte Wege geht, tut es der eigenen Seele gut, abzuschliessen. Ist ein solches Gespräch nicht mehr möglich, weil die Person verstorben ist oder Ihnen die Aussprache verweigert, schreiben Sie sich Ihre Gedanken in einem Brief von der Seele, wird er auch nie zur Post gebracht.

Rituale

Wie wäre es mit einem kleinen ­Ritual? Schicken Sie ein Schiffchen auf dem Rhein auf Reisen, verbrennen Sie Ihre Selbstzweifel in einer Feuerschale oder öffnen Sie ein imaginäres Fenster auf Ihrer Stirn, lassen die verletzten Gefühle ziehen und schliessen es daraufhin wieder.

Prozess

Loslassen funktioniert nicht über Nacht. Es ist ein Prozess, in dem man auch mal Rückschläge erleidet und sich Schrittchen für Schrittchen vortastet. Haben Sie Geduld und Vertrauen in sich selbst. «Zeit heilt alle Wunden», ein Spruch, den meine Mutter zu meinem Leidwesen während meiner Kindheit und Jugend mit besonderer Vorliebe benutzte. Doch die Zeit ist in diesem Falle wirklich Ihr Freund. Nehmen Sie sie sich.

«Es ist nicht gut, wenn wir unseren Träumen nachhängen und vergessen zu leben.»

Albus Dumbledore
(ml)

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