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«Ich kann, weil ich will, was ich muss», Immanuel Kant. (Foto: AS)
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Region|18.12.2020

Wertvolle Lebenszeit

«Man muss.» «Frauen machen das.» «In unserer Familie ist das so.» «Ich kann doch nicht.» Kennst du das, wenn dir diese Sätze im Kopf herumtanzen? Dich davor hindern, etwas zu tun, was sich eigentlich richtig für dich anfühlt?

«Ich kann, weil ich will, was ich muss», Immanuel Kant. (Foto: AS)

«Man muss.» «Frauen machen das.» «In unserer Familie ist das so.» «Ich kann doch nicht.» Kennst du das, wenn dir diese Sätze im Kopf herumtanzen? Dich davor hindern, etwas zu tun, was sich eigentlich richtig für dich anfühlt?

In solchen Sätzen liegt so viel mehr Schwere, als wir denken. Sie schleichen sich in unseren inneren Dialog oder werden unbewusst in Gespräche eingebaut. Glaubenssätze gibt es überall auf der Welt, in jeder Familie, leben in jedem von uns, nur stecken meist unterschiedliche Werte dahinter. In der Schweiz «muss man» als Frau bestimmt andere Dinge tun, als von einer Frau in China erwartet werden. Bei Familie Müller hat Studieren einen hohen Stellenwert, bei Meiers sind Handwerker die richtigen Arbeiter. Bei Männern ist es angesehen, wenn sie sich auf ihre Karriere stürzen, obwohl sie Frau und Kind zu Hause haben. Umgekehrt ist das noch oft sehr negativ behaftet. Muss nicht sein, dass du so denkst, dass sind einfach Beispiele dafür, was in unseren Köpfen teils tief verankert ist. Erwartungen der Gesellschaft, Erwartungen, die unsere Familie an uns stellt und nicht zuletzt die Erwartungen, die wir an uns selber stellen. Als ich angefangen habe, solche Gedankengänge im Alltag zu beobachten und vor allem meine Gefühlslage dazu zu spüren, hat sich für mich noch mal einiges verändert. Bei mir hat sich beispielsweise das Herz verschlossen, in Gedanken daran, meine wertvolle Lebenszeit mit einem Beruf zu füllen, der mir Spass macht, aber nur sehr wenig Zeit für mich einräumt. Ich stelle Freiheit und Freude über Sicherheit. Wie oft habe ich mir sagen lassen: «Alessia, das Leben ist kein Wunschkonzert.» «Alessia, du hast doch nicht umsonst studiert.» oder «Alessia, darüber spricht man doch nicht öffentlich.» Solange ich nach den Erwartungen anderer lebe, lebe ich das Leben vieler, nur nicht mein eigenes. Das heisst nicht, dass ich gut gemeinte Ratschläge und Lebensweisheiten ablehne. Ich überprüfe aber immer, ob die mit meiner Herzenswahrheit übereinstimmen. Wie wir uns ständig im Wandel befinden, darf das auch unsere eigene Wahrheit tun. Was du vor einiger Zeit noch als richtig empfunden hast, darf sich im jetzigen Moment komplett falsch anfühlen. Aus vollem Herzen zu leben, heisst für mich, diesem auch zu folgen. Egal, wie unkonventionell, verrückt oder komisch etwas scheint, wenn es aus dem Herzen kommt, darfst du dem Leben schenken.

(as)

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