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Region|08.11.2019

Schluss mit Sex-Emojis

Die neueste Anpassung der Richtlinien von Facebook und Instagram verschärft den Spielraum für sexuelle Anspielungen. Auch Symbolbilder von Obst und Gemüse sind davon betroffen.

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Die neueste Anpassung der Richtlinien von Facebook und Instagram verschärft den Spielraum für sexuelle Anspielungen. Auch Symbolbilder von Obst und Gemüse sind davon betroffen.

Speziell der Pfirsich und die Aubergine werden bei den neuen Richtlinien von Facebook genauer ins Visier genommen. Die an sich harmlosen Nahrungsmittel erhalten, speziell in gemeinsamer Verwendung, nämlich eine andere Bedeutung und repräsentieren Penis und Hinterteil. Eine sexuelle Anspielung, die nicht den Gemeinschaftsstandards von Facebook und somit auch Instagram entspricht. Wie lange die Regelung existiert, ist unklar. Im Sommer fand eine grössere Überarbeitung der Richtlinien statt, damals noch ohne explizites Emoji-Verbot. Diese Regelung ist also in den letzten Wochen erst neu dazugekommen. Ebenfalls nicht mehr erlaubt ist die «regionale sexualisierte Umgangssprache», die blosse Erwähnung «sexueller Aktivitäten» bis hin zu Stellungen und Fetischen, erotische Zeichnungen und auch Fotos nackter Menschen, bei denen intime Zonen mit Gliedmassen oder grafischen Mitteln verdeckt werden. Dabei sind auch wieder Symbolbilder ein populäres Mittel zur Verdeckung intimer Zonen. Auch digitale Inhalte mit sexuellen Handlungen sind von diesen Regeln betroffen. Ausnahme: «Es sei denn, sie wurden zu Bildungszwecken gepostet, oder es handelt sich um humorvolle oder satirische Darstellungen.» Ausgenommen von der Regel sind aber auch Darstellungen von Protestaktionen, stillende Frauen, oder Fotos von Narbenbildungen nach Brustamputationen. Auch Fotos von Gemälden oder Skulpturen dürfen nackte Brüste zeigen. 2018 wurde beispielsweise das berühmte Delacroix-Gemälde vom Facebook-Algorithmus zensiert, da nackte Brüste darauf zu sehen sind. Komplett verbannt werden der Pfirsich und die Aubergine übrigens nicht. Auch das Posten der Kombination Pfirsich und Aubergine ohne einen entsprechenden Kontext hat keine Konsequenzen, wie ein Selbstversuch bestätigt. Die Symbolbilder müssen in einem entsprechenden Kontext geliefert werden, dies bestätigte auch ein Sprecher von Instagram gegenüber der «New York Post». Dabei werden Inhalte «nur dann von Facebook und Instagram entfernt, wenn sie ein sexuelles Emoji neben einer impliziten oder indirekten Anfrage nach nackten Bildern, Sex- oder Sexualpartnern oder Sexchat-Gesprächen enthalten.» Diese neuen Anpassungen gehen nicht kritiklos an den Nutzern vorbei, in einer Zeit, in der eigentlich die Wahlmanipulation, politische Extremisten oder Trolle im Visier der Betreiber von sozialen Medien stehen sollten, scheint eine Emoji-Zensur ziemlich banal. Wem ein bisschen nackte Haut und sexuelle Anspielungen nichts ausmachen, ist bei den grossen Sozialen Netzwerken nur noch auf Twitter gut aufgehoben, dort wird nach wie vor ein vergleichsweise liberaler Umgang mit sexuellen Inhalten gepflegt.

(red)

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