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Region|08.11.2019

Partyhäuser verboten

Die beliebte Buchungsplattform «Airbnb» zieht Konsequenzen aus einem Schusswaffenangriff der sich an Halloween in Kalifornien ereignet hat.

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Die beliebte Buchungsplattform «Airbnb» zieht Konsequenzen aus einem Schusswaffenangriff der sich an Halloween in Kalifornien ereignet hat.

Nach dem Tod von fünf Menschen bei einer Schiesserei zu Halloween im kalifornischen Orinda will die Buchungsplattform Airbnb sogenannte Partyhäuser aus ihrem Angebot nehmen. «Von heute an verbannen wir ‹Partyhäuser›», erklärte Airbnb-Chef Brian Chesky am Samstag im Onlinedienst Twitter. Zu der Halloween-Party in dem über Airbnb angemieteten Haus waren mehr als hundert Menschen anwesend, nachdem die Feier in Online-Netzwerken angekündigt worden war. Chesky kündigte als Konsequenz aus der Gewalttat an, Airbnb werde seine «Bemühungen verdoppeln, nicht genehmigte Partys zu bekämpfen und missbräuchliches Verhalten von Gastgebern und Gästen loszuwerden.» Dazu würden «Hoch-Risiko-Reservierungen» verstärkt mit der «Risikoerkennungstechnologie» von Airbnb überprüft. Ausserdem werde ein spezielles «Partyhaus-Reaktionsteam» geschaffen, das bei Regelverstössen sofort eingreifen könne, kündigte der Airbnb-Chef an. «Wir müssen es besser machen und das werden wir.» Chesky erntet mit seinem Tweet wenig Lob, was sich in der Kommentarspalte lesen lässt, sind eine Vielzahl an weiteren, bereits längst bekannten Problemen, welche die Plattform seit seiner Gründung in 2008 mit sich bringt. Nach Jahren von rasantem Wachstum bläst nun ein zunehmend scharfer Wind entgegen. Nicht nur die Hotellerie, die ganz unmittelbar wirtschaftlich von Airbnb betroffen ist, deren Wohnungen teils günstiger als Hotelzimmer sind. Betroffen sind davon vor allem touristische Hotspots, sprich: Grossstädte. Längst wehren sich auch die Städte mit eigenen Gesetzen gegen Airbnb. Immer grösser werden zudem die Klagen, dass es vor allem in den zentraleren Lagen immer weniger Wohnungen gibt, die langfristig von Bewohnerinnen oder Bewohnern der Stadt gemietet werden können. Deren Besitzer können durch Kurzfristvermietungen via Airbnb oft mehr verdienen, als durch eine reguläre Miete. Nicht nur extern, sondern auch mehr oder weniger intern, hapert es zunehmend, die Hosts oder auch Superhosts beklagen sich, dass im Fall von Reklamationen oft die Seite des Gastes ergriffen werde. Der Besitzer des Hauses in Orinda, in dem sich die Gewalttat ereignet hatte, wusste nach eigenen Angaben nichts von der geplanten Party. Michael Wang sagte der Zeitung «San Francisco Chronicle», er habe sein Haus an eine Frau vermietet, die ihm gesagt habe, dass sie ein Familientreffen für ein Dutzend Menschen organisiere.

(red)

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