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Region|03.07.2020

Grosskonzerne wollen keine Werbung auf Facebook mehr

Die Aktien von Facebook fielen am vergangenen Freitag um 8,3 Prozent, nachdem Unilever, einer der weltweit grössten Werbetreibenden, angekündigt hatte, seine Produkte nicht mehr auf Facebook zu verkaufen.

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Die Aktien von Facebook fielen am vergangenen Freitag um 8,3 Prozent, nachdem Unilever, einer der weltweit grössten Werbetreibenden, angekündigt hatte, seine Produkte nicht mehr auf Facebook zu verkaufen.

Diverse US-Bürgerrechtsorganisationen hatten die Aktion unter dem Motto «#StopHateforProfit» gestartet. Facebook wird schon länger vorgeworfen, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen. Angesichts der Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt ist diese Kritik nun erneut laut geworden. Dazu trug auch Mark Zuckerberg selbst wesentlich bei. Der Konzernchef vertrat in einer Debatte um umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump den Standpunkt, dass seine Tiraden von der Redefreiheit gedeckt seien. Als grosse Namen kamen unter anderem der Konsumgüterriese Unilever und der Autobauer Honda dazu. Der Getränkeriese Coca Cola kündigte ebenfalls an, für mindestens einen Monat auf allen sozialen Plattformen weltweit seine Werbung auszusetzen. Er schliesse sich aber nicht dem Boykott an, betonten Sprecher in diversen US-Medien. Die Aktien von Facebook und auch Twitter gerieten am Freitag mit dem sich ausweitenden Boykott stark unter Druck. Facebook verlor gut 8 Prozent, was der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einem Wertverlust von 56 Milliarden US-Dollar entsprach. Zuckerberg habe damit 7 Milliarden USDollar seines Privatvermögens eingebüsst. Dieser reagierte am vergangenen Freitag in einem Livestream und beteuerte, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. Ausserdem sollen auch in der Werbung abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Vorlieben blockiert werden. Zudem sollen einige Facebook-Inhalte, die eigentlich gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks verstossen, aber zum Beispiel aufgrund eines prominenten Absenders nachrichtenrelevant sind, künftig mit Hinweisen flankiert werden.

Kleine Veränderungen

Auf der offziellen Webseite der «#StopHateforProfit»-Organisation zeigt man sich von diesen Anpassungen wenig überzeugt. Diese bezeichneten die angekündigten Änderungen als eine kleine Anzahl kleiner Veränderungen. Damit seien nun Missinformationen im Wahlkampf am Tag der Wahlen etwas schwieriger, aber immer noch zügellos in der restlichen Zeit möglich. Auch Beiträge, die zur Gewalt aufrufen, aber als «berichtenswert» gelten, die in Zukunft mit einem Hinweis versehen werden, werden ohne Verifizierung und Überprüfung stehen gelassen. Anhand von zehn Punkten fordert die Bewegung konkrete Schritte für die grösste Social-Media- Plattform der Welt. Diese wurden in drei Themenbereichen unterteilt. Im ersten Teil geht es um «Verantwortung», bei der ein Aufbau und die Stärkung einer permanenten Bürgerrechtsinfrastruktur, um dessen Produkte auf Diskriminierungen und Hass zu überprüfen. Ausserdem sollen regelmässige und unabhängige Audits in Form eines öffentlichen «Transparenzberichts» durchgeführt werden. Auch fordern sie eine Rückerstattung für Werbetreibende, wenn dessen Anzeigen bei Inhalten angezeigt wird, die nachweislich gegen die Richtlinien verstossen haben. Der zweite Teil trägt den Titel «Anstand» und konzentriert sich primär auf öffentliche sowie private Gruppen. Dabei sollen Gruppen gelöscht werden, die sich auf gewalttätige Verschwörungen, Antisemitismus und auch Klimawandel-Leugner konzentrieren. Der letzte Bereich trägt den Titel «Unterstützung», bei dem ein Team von Experten gebildert werden soll, dass Beiträge zu identitätsbasiertem Hass und Belästigung überprüfen soll. Generell sollen Opfer die Möglichkeit haben, sich direkt an einen «Live-Facebook-Mitarbeiter » zu wenden.

(red)

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