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Der Liechtensteiner Daniel Öhri verwirklichte seinen Traum und bereiste Australien und Neuseeland in vier Monaten. (Fotos: ZVG)
Unterwegs
Region|28.08.2020

Eine Reise ins Land der Kängurus und Kiwis

Der Moment, wenn man die Arbeit weit hinter sich lässt, ins Flugzeug steigt und Richtung Abenteuer reist: Unbeschreiblich. Viele erfüllen sich den Traum von einer langen Reise. Darunter auch der junge Liechtensteiner Daniel Öhri. Er wollte es genau wissen und reiste dafür ans andere Ende der Welt.

Der Liechtensteiner Daniel Öhri verwirklichte seinen Traum und bereiste Australien und Neuseeland in vier Monaten. (Fotos: ZVG)

Der Moment, wenn man die Arbeit weit hinter sich lässt, ins Flugzeug steigt und Richtung Abenteuer reist: Unbeschreiblich. Viele erfüllen sich den Traum von einer langen Reise. Darunter auch der junge Liechtensteiner Daniel Öhri. Er wollte es genau wissen und reiste dafür ans andere Ende der Welt.

Nach der Schule beginnt die Ausbildung, danach folgt das Arbeitsleben. Daniel Öhri absolvierte eine Lehre auf der Bank und habe auch während des Studiums über zehn Jahre bei der Liechtensteinischen Landesbank gearbeitet. Irgendwann war für ihn aber klar, dass ein Tapetenwechsel nicht schlecht wäre. «Ich wollte auf Reisen gehen und von zu Hause ausziehen. Den Wechsel nahm ich zum Anlass, dass ich ohne Job, Wohnung und Rückflugticket aufbreche », erzählt Öhri. Die ersten sechs Wochen verbrachte er gemeinsam mit einem Freund in Australien: «Eigentlich wollte ich zuerst nach Nordamerika, doch mein Freund überzeugte mich, dass Australien der richtige Ort sei. Da ich auch schon viel Gutes von Neuseeland und Australien gehört habe und eine Sprachschule besuchen wollte, kam mir dieses ‹Eck› der Erde ideal vor.» Europa bereise man meist, wenn man Ferien hat. Aber nach Australien gehe man nicht mal schnell für zwei Wochen. Wenn man schon weggehen könne, dann irgendwohin, wo man sonst vielleicht nicht hinkommt. «Auch ein Grund, warum ich dahin wollte, war die Natur und die – wenn auch eher junge – Geschichte der Länder und was man vor Ort alles erleben kann», sagt Öhri. Nach sechs Wochen Aufenthalt in Australien, reiste sein Freund zurück nach Hause, Öhri aber weiter nach Neuseeland: «Ich begann eine Englischsprachschule in Queenstown und bereiste mehrere Wochen das Land.» Am Ende seiner Reise machte er noch einen Abstecher nach Thailand und besuchte Freunde in Hongkong. Ein Ausflug nach Macau durfte da auch nicht fehlen.

Dieses Foto wurde bei der Tongariro-Wanderung in Neuse­eland aufgenom­men. Für Daniel Öhri eine seiner schönsten Wande­rungen.

Eine gute Reisevorbereitung ist das A und O

Öhri wüsste wohin es gehen sollte, doch ein grober Reiseplan musste dennoch her: «Wir haben eine Reiseroute für Australien zusammengestellt, diese führte von der Ostküste, über das Outback bis hin in den Süden des Landes.» Für Neuseeland habe er sich mehr Gedanken gemacht. Gerade auch, weil er da alleine unterwegs war. «Eine grosse Stadt wie Auckland wollte ich nicht. Ich brauche Natur. Der Strandtyp bin ich auch nicht unbedingt, also entschied ich mich für Queenstown auf der Südinsel – direkt am Lake Wakatipu, umgeben von Bergen und viel landschaftlich interessanten Orten », erzählt Öhri. Vor Ort hat er auch gleich eine passende Sprachschule gefunden und war dort tatsächlich der erste Liechtensteiner. Doch nicht nur Ort und Schule bedurften einer Planung, es gehöre noch einiges mehr dazu, was erledigt werden müsse. Öhri kündete seinen Job: «Da ich keine Arbeitsstelle mehr hatte, musste ich mich selbst um Unfallversicherung, Pensionskasse und allem was dazu gehört kümmern. Auch eine Zusatzversicherung bei der Krankenkasse war nötig und ich musste meine Impfungen checken», erklärt Öhri. Und dann kam eine der wichtigsten Fragen: Was nimmt man alles mit und wie? Öhri wusste, dass es in Australien und Neuseeland überwiegend warm ist, es aber auch ziemlich kalt werden kann: «Zu viel will man nicht mitnehmen. Der Koffer oder Rucksack sollte ja nicht zu gross sein.»

Der Uluru (Ayers Rock) in Australien ist ein riesiger Sand­steinmonolith und erstrahlt bei Sonnenunter- und aufgang in prächtigen Farben.

Startklar für das Abenteuer

Als Öhri die Planung und Vorbereitungen abgeschlossen hatte, ging es los und die Erlebnisse und Eindrücke häuften sich: «Von Zürich aus ging es los mit einer langen Reise nach Australien. Als wir in Sydney angekommen waren, haben wir uns gleich die Oper angeschaut. Auch am zweiten Tag hatten wir Programm: Im Linksverkehr ging es in Richtung Blue Mountains und Hunter Valleys.» Kaum in Australien angekommen,war auch schon Heiligabend und die beiden feierten in einer völlig anderen Atmosphäre. Für Öhri war Weihnachten auf Fraser Island eines seiner Highlights, trotz Hotelmenü im Zimmer. Schon bald ging es weiter auf eine 14-stündige Busfahrt zu den Whitsunday Islands. Von da aus startete eine zweitägige Segeltour. «Der Whiteheaven Beach ist der schönste Strand den wir jemals in unserem Leben gesehen haben», sagt Öhri. Auf der Segeltour hatten die Jungs die Möglichkeit mit dem Schnorchel abzutauchen, wie Öhri weitererzählt: «In der Nacht haben wir viele Quallen gesehen. Nur die Wasserschildkröte liess sich leider nicht blicken. » Zurück von der Segeltour war auch schon Silvester und die beiden Jungs überlegten sich, wo sie feiern möchten: «Eigentlich wollten wir an Silvester in Mission Beach sein, hatten aber keine Lust, Silvester genauso wie Weihnachten zu verbringen. Aus diesem Grund blieben wir in Townsville. » Auch Köstlichkeiten, die in der Schweiz und Liechtenstein nicht gerade an der Tagesordnung sind, probierten wir. Öhri bestellte sich ein Kängurufilet und würde es weiterempfehlen. Es lohne sich, diesen Gaumenschmaus zu kosten. Weiter ging es für die Reisenden zum Uluru- Kata-Tjuta-Nationalpark: «Zum Sonnenuntergang begaben wir uns zum Uluru (Ayers Rock) und sahen den Berg im Licht des Sonnenunterganges in seiner schönsten Pracht. Übernachtet haben wir in Zelten, es war Luxuscamping. Wir schliefen in richtigen Betten, hatten warmes Wasser und Duschen.»

Der Able Tasman Nationalpark in Neuse­eland ist für seine kleinen Buchten mit Sand­stränden und türkisfarbenem Wasser bekannt.

Abenteuer Neuseeland

Nach den vielen Eindrücken in Australien reiste Öhri alleine weiter nach Neuseeland und frischte nicht nur sein Englisch auf, sondern nahm auch das Land unter die Lupe. In Queenstown angekommen, lernte er seine Gastfamilie kennen und schon bald war der erste Schultag. «Nach der Ansprache des Direktors mussten wir uns alle kurz vorstellen, danach war das Interesse an mir sehr gross, denn niemand kannte Liechtenstein. Alle waren neugierig », erzählt Öhri. Nach sechs Wochen Sprachschule war wieder Reisen und Entdecken angesagt. Dieses Mal trat er eine vierwöchige Rundreise an: «Es ging in Richtung Invercargill, ich sah Leuchttürme, Klippen und versteckte atemberaubende Wasserfälle.» In Dunedin angekommen, schaute er sich die steilste Strasse der Welt an, die auch wirklich ziemlich steil gewesen sei. Mit Seehunden und Pinguinen reiste Öhri zum Khalid Point und erkundete die Moeraki Boulders. Beim Mount Cook erkundete er dann wandernd die Landschaft. Danach reiste Öhri weiter nach Wanaka. Im Norden der Südinsel begab er sich zum Able Tasman Nationalpark und erkundete diesen mit dem Kajak. Das müsse man einfach gesehen haben. «Australien hat so viele unterschiedliche Landschaften zu bieten. Viele Leute denken an Sydney, den Strand und das Outback, doch es gibt noch sehr viel mehr zu entdecken », erzählt Öhri. Es lohne sich, einen Flug zu diesen Ländern zu buchen und diese Kulturen zu erleben. Ausserdem sei ihm das Land sehr sicher vorgekommen. Auch sprachlich gäbe es keine Probleme. Die Australier und Neuseeländer seien zudem sehr hilfsbereit und freundlich, was eine Reise noch angenehmer mache. Gerade Naturliebhabern empfiehlt Öhri Neuseeland: «Es gibt so viele unterschiedliche atemberaubende Landschaften. Die Infrastruktur ist super zum Bereisen und sicherer als die neuseeländische Südinsel geht es gar nicht.» Als Öhri nämlich bei seiner Gastfamilie nach einem Hausschlüssel fragte, wurde er schräg angeschaut. Bei ihnen schliesse niemand ab und sie wüssten sowieso nicht mehr, wo der Schlüssel sei. Doch nicht nur das unterscheide die beiden Länder von seiner Heimat: «Insbesondere in Australien ticken die Uhren etwas langsamer und alle sind ‹chilliger› drauf.» Obwohl die Europäer die Länder entdeckten und den Ureinwohnern wegnahmen und dies immer noch zu vielen Diskussionen führe, sei es spannend, die alten mit den modernen Kulturen zusammen zu erkunden. «Insbesondere in Neuseeland haben mich die Maori beeindruckt und ich habe das Nationalmuseum in Wellington gleich dreimal besucht», erzählt Öhri.

(um)

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