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Region|30.08.2019 (Aktualisiert am 30.08.19 12:25)

Drei Wörter, die dein Leben retten könnten

Eine App unterteilt den gesamten Planeten in 57 Billionen Quadrate. Jedes Quadrat hat eine Grösse von drei mal drei Meter und eine einmalige DreiWort-Adresse, die sich nie ändern wird.

Foto: Screenshot what3words

Eine App unterteilt den gesamten Planeten in 57 Billionen Quadrate. Jedes Quadrat hat eine Grösse von drei mal drei Meter und eine einmalige DreiWort-Adresse, die sich nie ändern wird.

«Kehrte.Darstellende.Regeln» – Drei Worte, die auf den ersten Blick wenig Sinn ergeben. Doch zeigen sie auf drei Meter genau meinen aktuellen Standort an. Genauer als jede Adresse und einfacher zu kommunizieren und verständlicher als klassische Koordinaten (N47° 10.486' E009° 30.777') – vor allem in Notsituationen. Dies war auch der Gedanke von Chris Sheldrick, Erfinder der App «what3words», wie er gegenüber BBC News erklärte. Er selbst sei in einer ländlichen Gegend aufgewachsen, in der die Postadresse die Lieferanten nur selten zu seinem Haus führte. Jeden Morgen an der Hauptstrasse zu stehen und die Paketdienste zum Haus zu winken, war keine optimale Lösung. Auch in seinen zehn Jahren in der Musikindustrie sei er immer wieder dran gescheitert, ortsfremde Musiker zu den richtigen Eingängen des Veranstaltungsorts zu lotsen. Er versuchte es zuerst mit klassischen Breiten- und Längengraden, was sich jedoch als zu kompliziert erwiesen habe, erklärt er der BBC. Deshalb machte er sich auf die Suche nach einer einfacheren Lösung, um Adressen auf der ganzen Welt angeben zu können. In Gesprächen mit einem Mathematiker hätten sie herausgefunden, dass drei Wörter genügen, um jeden Standort auf der Welt angeben zu können. 2013 gründete Sheldrick deshalb «what3words». Gemeinsam mit seinem Team unterteilte er die komplette Welt in 57 Billionen Quadrate in der Grösse von drei Quadratmetern und wies diesen eine gleichbleibende Drei-Wort-Adresse zu.

Foto: Scre­enshot what3words

Nutzen erkannt

Die Idee erwies sich als Erfolg. «what3words» ist nun in 35 Sprachen erhältlich und das Unternehmen beschäftigt bereits über 100 Mitarbeiter. So sind die DreiWort-Adressen in der Zwischenzeit fixer Bestandteil der Postadressen in der Mongolei und auch Autohersteller Mercedes-Benz verwendet das System in seinen Bordcomputern. In Grossbritannien haben auch Polizei und Rettungskräfte den Nutzen der App erkannt. Da sie das Auffinden von Personen oder auch Waldbrandherde in weitläufigen Gebieten erleichtere. Die Notrufzentralen fordern Anrufer deshalb immer häufiger auf, die App zu installieren. So seien bereits verirrte Personen und sogar der genaue Standort einer Geisel über die App ausfindig gemacht worden. Auch aufgrund dieser Erfolgsbeispiele werden derzeit gerade in Grossbritannien gezielte Anstrengungen unternommen, die App nicht nur unter Einsatzkräften, sondern auch in der Bevölkerung bekannter zu machen.

App im Rheintal bekannt

Doch wie sieht es hier im Rheintal aus? Können die Einsatzkräfte in der Region etwas damit anfangen, wenn ihnen beispielsweise ein verletzter Tourist eine Drei-Wort-Adresse zur Standortbestimmung durchgibt? Sowohl der Rega als auch den Kantonspolizeien Graubünden und St. Gallen ist die App bekannt. Auch wenn diese nicht aktiv genutzt werden, können sie nach eigenen Angaben alle die Adresse entschlüssen, sollte ein Anrufer ihnen entsprechende drei Wörter nennen. Bislang sei aber weder bei der Kantonspolizei oder Rega ein entsprechender Alarm eingegangen.

Gefunden werden

Die aktuell am häufigsten genutzte digitale Variante zum Auffinden von Verletzten und verirrten Personen im Rheintal ist immer noch eine SMS mit Lokalisierungslink. Hierfür stellen Kantonspolizei oder Rega nach dem Notruf ­eine enstsprechende SMS dem Anrufer zu, die die Standortbestimmung des Handys aktiviert. Kantonspolizei St. Gallen und Rega arbeiten zusätzlich mit ihren eigenen lokalen Apps (Rettemi.ch und Rega-App), aus denen sich direkt ein Notruf absetzen lässt und die gleichzeitig den Standort durchgeben können. Diese lassen sich aber eben nur in deren Einsatzgebiet verwenden. Im benachbarten Liechtenstein werde «what3words» bislang nicht genutzt, heisst es auf Anfrage.

(red)

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