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Saif Khan wollte nie Koch werden. Hier steht er nun, in seinem eigenen Restaurants «Selva» in Trübbach. (Fotos: Ursina Marti)
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Region|22.11.2019

Koch wollte er nie werden, nun hat er ein eigenes Restaurant

In Pakistan geboren und aufgewachsen, lebt Saif Khan heute in Bad Ragaz und besitzt ein eigenes Restaurant in Trübbach.

Saif Khan wollte nie Koch werden. Hier steht er nun, in seinem eigenen Restaurants «Selva» in Trübbach. (Fotos: Ursina Marti)

In Pakistan geboren und aufgewachsen, lebt Saif Khan heute in Bad Ragaz und besitzt ein eigenes Restaurant in Trübbach.

In seiner Heimat war Saif Khan Bauer, der einen grossen Hof mit 40 Arbeitern geerbt hatte und ihn führte. Sie hatten aber keine Tiere, sondern bauten Reis und Weizen an. Zudem war er auch in der Politik: Er wurde ins Parlament gewählt. Im Jahr 1999 war der Putsch durch das Militär. Dann musste Khan das Land verlassen. Im Jahr 2001 kam er in die Schweiz und lebte von da an in St. Gallen. Hier hat er dann auch einen Asylantrag gestellt und wohnte im Asylheim im Neckertal. Schliesslich lernte er seine jetzige Frau kennen und lebte von nun an in Bad Ragaz. 2004 heirateten die beiden. Khan war damals bereits Mitarbeiter in einer Küche und wollte das Kochen noch richtig erlernen. Mit 37 Jahre absolvierte er die Gewerbeschule in Chur und war mit Abstand der Älteste. Das störte ihn aber nicht. Sein Ziel war es, einen Abschluss für die Zukunft zu machen.

Koch, obwohl er nie Koch sein wollte

Saif Khans Berufswunsch war eigentlich immer die technische Branche, doch seine Nachbarn brachten ihn auf die Idee, in der Küche zu bleiben. Sie meinten: «Eigentlich arbeitest du in der Küche, du solltest Koch werden.» So kam eines zum anderen und Khan blieb in der Küche, besuchte nebenbei noch die Schule und hat innerhalb von zwei Jahren seinen Abschluss gemacht. Sieben Gänge musste er an der Abschlussprüfung kochen. Nicht nur das, auch die Planung gehörte dazu und das sei mit dem Zeitdruck schon schwierig gewesen. «Als ich den Abschluss hatte, hörte ich in Vilters auf zu arbeiten und begann im Rössli Bad Ragaz als Koch», erzählt Khan. Im Jahr 2010 hat Khan noch eine zusätzliche Ausbildung als Diätkoch gemacht und nebenbei immer in einem Restaurant gearbeitet. Bis heute ist die Leidenschaft fürs Kochen bei Khan geblieben. Dies, obwohl er in Pakistan nicht einmal eine Küche betreten hatte: «Zu Hause konnte ich nicht einmal ein Spiegelei kochen.» Heute kocht er schweizerisch und regional, auch angelehnt an die französische Küche. Allerdings würzt er gerne etwas nach mit pakistanischen Gewürzen. Zudem führt er als einziges pakistanisches Gericht das Lamm-Curry auf der Karte. Restaurant-Besitzer

Restaurant-Besitzer

Eigentlich wollte Khan nie ein Restaurant kaufen, sondern nur pachten. Gerne hätte er auch eines in Bad Ragaz gehabt, doch dann sagte ihm ein Freund, dass in einem Restaurant in Trübbach ein Nachfolger gesucht werde. «Ich wollte aber nicht kaufen und ging wieder nach Hause», dies hat er seiner Frau erzählt und sie meinte, wie viel Geld sie denn bräuchten. Khan hatte schlaflose Nächte und viel darüber nachgedacht. Dann hat Khan erst einmal drei Monate weitergearbeitet und einen Businessplan erstellt. Mit diesem ging er zur Bank und sie glaubten an seinen Plan. Khan konnte somit und mit Unterstützung von Freunden und Verwandten das Restaurant «Selva» in Trübbach kaufen. Von jenem ist er seit Frühling 2018 der stolzer Besitzer. Den Namen des Restaurant behielt er bei, denn jeder kenne das «Selva» und so soll es bleiben. Eine der grössten Schwierigkeiten für Khan war die deutsche Sprache. Anfangs wollte er sie auch nicht lernen: «Ich hatte immer die Hoffnung, dass ich wieder zurück nach Pakistan kann, doch dann habe ich gemerkt, dass ich die Sprache lernen muss.» Dies ging auch schnell, denn sein Umfeld sprach nur Deutsch. Weil Khan in Bad Ragaz wohnt, kam es ihm in Wartau kurz wieder so vor, als wäre er erneut ausgewandert: «In Wartau war ich plötzlich wieder der Ausländer, denn bis dato habe ich immer im Sarganserland gearbeitet und man kannte mich. Hier weniger. Doch sie haben mich hier gut aufgenommen und ich sorge dafür, dass es meinen Gästen gut geht», erzählt Khan. Für ihn ist heute nicht nur Bad Ragaz, sondern auch das Wartau seine Heimat. Unter der Woche sei sein Restaurant voll mit Wartauern. Am Wochenende kämen auch viele Liechtensteiner vorbei und dies sei schön. Viele Vereine kommen und trinken nach dem Training etwas oder haben hier eine Sitzung.

(um)

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