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Brigitte Allenspach aus Mauren ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Hospizbewegung Liechtenstein. (Foto: Ursina Marti)
Vermischtes
Region|17.01.2020

Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten

Brigitte Allenspach ist zwar gebürtige Zürcherin, wohnt aber in Mauren und arbeitet seit einiger Zeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Hospizbewegung Liechtenstein. 

Brigitte Allenspach aus Mauren ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Hospizbewegung Liechtenstein. (Foto: Ursina Marti)

Brigitte Allenspach ist zwar gebürtige Zürcherin, wohnt aber in Mauren und arbeitet seit einiger Zeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Hospizbewegung Liechtenstein. 

Obwohl ihre Aufgabe immer das letzte Kapitel für einen Menschen ist, macht sie es gerne und begleitet Menschen bis sie sterben. Früher arbeitete Allenspach im kaufmännischen Bereich und hatte praktisch nichts mit der Gesundheit zu tun. Als sie noch jung, erfuhr sie aber, wie ihre Urgrossmutter starb und wurde zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert. Im Jahr 2010 kam es noch schlimmer: Ihre Mutter verstarb plötzlich. Nach einem Hirnschlag konnte Allenspachs Mutter nicht mehr sprechen und war auf der linken Seite gelähmt. Für sie und ihre Geschwister war klar, als man von Pflege und Reha sprach, dass ihre Mutter das nicht wolle. «Meine Mutter konnte nicht mehr sprechen. Kurz vor ihrem Tod fand ich heraus, was sie noch will. Sie verlangte nach meinem Bruder und ich fragte sie, ob alle Geschwister kommen sollen und sie sagte so gut als möglich ‹ja›. Als alle Geschwister da waren, konnte sie gehen», erzählt Allenspach. Dies sei eine Form, die Menschen wählen, um zu sterben. Die einen können gehen, wenn alle da sind, die anderen wollen alleine sein.

Schritt zur Sterbebegleiterin

Der Tod ihrer Mutter war für Allenspach ein Ereignis, das sie zur Sterbebegleitung führte: «Ich habe schon viel vorher von der Hospizbewegung gehört und kannte auch jemanden, der diese Ausbildung machte. Ich wusste, dass ich das einmal machen möchte, hatte nur nie Zeit dafür.» Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie das Thema Sterbebegleitung in Angriff genommen und sich für den Kurs angemeldet. Dabei besuchte sie während vier Nachmittagen und sieben Samstagen die Ausbildung und musste dort einiges lernen. «Man lernt alles über das Begleiten von Menschen, die sterben. Das Thema Lindern und Heilen, aber auch die religiösen Dimensionen und vieles mehr werden bearbeitet», sagt Allenspach. Auch habe sie viel über sich selbst gelernt: «Man muss auch wissen, dass Mitgefühl gut ist. Aber man darf die Thematik Sterben nicht persönlich nehmen. Der gesunde Abstand ist wichtig, damit man bei sich selber bleiben kann.»

Aufgabe der Sterbebegleiter

Wie es der Name schon verrät, sind Sterbebegleiter Begleiter, die für die Menschen da sind, die auf ihrem letzten Weg sind. Momentan sind 25 Frauen und zwei Männer bei der Hospizbewegung Liechtenstein, 16 davon sind aktuell in einer Begleitung tätig. «Wir sind einfach nur da, wir hören zu, wir schweigen, singen oder beten mit ihnen.» Oftmals werden Menschen unterstützt, die in Pflege sind und das Pflegepersonal fordert immer in Absprache mit den Angehörigen jemand von der Hospizbewegung an, um bei der Person zu sein. Das könne auch dann vorkommen, wenn es den Angehörigen nicht möglich ist, täglich für die sterbende Person da zu sein. «Zudem sind wir auch für das Pflegepersonal eine Erleichterung, denn dann wissen sie, dass jemand bei dieser Person ist und sie nicht alleine sind», sagt Allenspach.

Keine Schwierigkeiten mit dem Tod

«Der Tod ist für mich nichts Schwieriges. Es sind eher die Umstände die zum Tod führen. Aber ich kann nicht immer einfach nach Hause gehen und abschalten. Meist setz ich mich mit einer Tasse Tee hin und muss herunterfahren», erzählt Allenspach. Dennoch merkt man ihr an, sie ist mit Herz und Seele bei der Hospizbewegung dabei und versucht, den Menschen ihre letzte Zeit so schön als möglich zu machen.

(um)

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