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Pascal Hasler ist bei der Feuerwehr Buchs fest angestellt und sorgt für den Unterhalt im Depot. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Region|03.07.2020

Feuerwehrmann: Mein Traumberuf

«Wenn ich gross bin, möchte ich Feuerwehrmann werden.» Solche Aussagen hat jedes Kind schon mal gemacht. Es ist auch völlig nachvollziehbar, warum dieser Beruf ein Wunschziel ist: Sirene und Blaulicht lassen nämlich Kinderaugen strahlen.

Pascal Hasler ist bei der Feuerwehr Buchs fest angestellt und sorgt für den Unterhalt im Depot. (Fotos: Michael Zanghellini)

«Wenn ich gross bin, möchte ich Feuerwehrmann werden.» Solche Aussagen hat jedes Kind schon mal gemacht. Es ist auch völlig nachvollziehbar, warum dieser Beruf ein Wunschziel ist: Sirene und Blaulicht lassen nämlich Kinderaugen strahlen.

Wenn im Feuerwehrdepot in Buchs ein Alarm eingeht, eilt der Buchser Pascal Hasler los. Er ist bei der Feuerwehr. Wenn es nicht brennt, sorgt er für den Unterhalt im Depot. Doch bei der Feuerwehr zu sein, heisst nicht nur, Brände zu löschen: «Feuer löschen kommt am wenigsten vor. Wir müssen mehr ausrücken, wenn wir bei der Strassenrettung helfen müssen oder jemand Wasser im Keller hat. Auch wenn Bäume umstürzen, Personen gerettet werden müssen oder Chemieunfälle passieren, rückt die Feuerwehr Buchs aus.» Für Hasler ist das Wichtigste, dass er jemandem helfen kann und damit etwas Gutes tut. «Jeder Einsatz ist anders. Wenn man dann das Beste daraus macht und die Entscheidungen richtig trifft, das macht es für mich aus.» Obwohl Hasler als Kind nie davon träumte, Feuerwehrmann zu werden und damit sein Geld zu verdienen, ist er heute mit viel Freude dabei. Und gerade wenn ihm Kinder begegnen, die von dieser Berufsgattung träumen, freut sich Hasler auch: «Das Schöne ist, das Strahlen in den Augen der Kinder zu sehen. Es macht auch Freude, wenn man den Kindern zeigen kann, was die Feuerwehr ist und dass es nicht nur brennt.» Ob Traumberuf seit Kindheit an oder nicht – dank seinem Vater ist Hasler heute da, wo er ist: «Mein Vater war bereits bei der Feuerwehr und so war ich als Kind schon ab und zu dabei. Ich habe aber gewartet, bis die offizielle Einladung von der Feuerwehr per Post kam. Dann bin ich zur Feuerwehr gestossen. » Anfangs war Hasler aber noch nicht so ganz bewusst, was auf ihn zukommen wird, doch mit der Zeit merkte er auch, was es heisst, bei der Feuerwehr zu sein.

Die Menschen im Einsatz

Pascal Hasler sowie Diego Tinner sind als Materialwarte bei der Feuerwehr Buchs fest angestellt. Zudem ist täglich der Feuerwehrkommandant Marcel Senn vor Ort. Doch wenn ein Alarm eingeht, werden alle Feuerwehrleute aufgeboten und müssen zum Einsatz fahren. Dass die drei nicht den ganzen Tag herumstehen und Däumchen drehen, ist schnell klar, denn es gibt auch nebenbei einiges zu erledigen. «Meine Aufgabe ist es, viel zu waschen. Wir haben als Einzige in der Region eine Industriewaschmaschine sowie einen Tumbler», sagt Hasler. Die Feuerwehren Vaduz, Mauren, Eschen sowie die Betriebsfeuerwehren der Unternehmen Thyssenkrupp, Ivoclar und Hilti bringen ihre schmutzigen Kleider nach Buchs. So auch die Landespolizei. Auch die Feuerwehren Sevelen, Grabs, Gams, Sennwald, Wartau und der Zivilschutz Werdenberg können ihre vollen Wäschekörbe zur Buchser Feuerwehr bringen. Doch das ist längst nicht alles, was Pascal Hasler und sein Mitarbeiter zu tun haben: «Wir überprüfen auch die Atemschutzgeräte der Region bis nach Wildhaus, wir prüfen Leitern und wir machen den Schlauchdienst. Das heisst, Schläuche putzen und reparieren. Und wenn es ganz kleine Einsätze gibt, wo nur ein bis zwei Mann gebraucht werden, dann erledigen das auch wir.»

Gegenseitige Hilfe ist gross

Zirka 150 Mal im Jahr rückt die Feuerwehr Buchs aus. Das sei eher viel als wenig. Dabei komme es auch vor, dass man den Nachbarn hilft. Die Feuerwehr Buchs hilft anderen Gemeinden, wenn sie speziellere Fahrzeuge brauchen, die nur die Buchser besitzen oder wenn sie «Manpower» brauchen. Je nach Brandgrösse sei man auf die Hilfe anderer Gemeinden angewiesen. Spezielle Fahrzeuge heisst, dass die Buchser die Einzigen in der Region sind, die einen Hubretter haben. Mit diesem können sie eine Leiter bis zu 42 Metern ausfahren. Auch wenn ein weiteres Tanklöschfahrzeug oder mehr Atemschutzgeräte gebraucht werden, kommen die Buchser zum Einsatz und helfen ihren Nachbarn. Bestimmt haben viele schon gesehen, wie mehrere Feuerwehrautos hintereinander mit Blaulicht und Sirene ausrücken. Doch wie es den Feuerwehrleuten in diesem Moment im Auto auf dem Weg zum Einsatzort ergeht, kann man nur erahnen. Vor Ort hat der Einsatzleiter das Sagen. Dann wird getan, was getan werden muss. «Ich glaube, das ist genau das Problem der Feuerwehrleute. Wir haben alle das Helfersyndrom und wollen einfach das tun, was wir müssen. Dann muss der Einsatzleiter auch klar sagen: ‹Halt! Erst den Plan studieren, dann geht’s los!›» In Gefahr war oder kam bei der Buchser Feuerwehr, soweit Hasler zurückdenken kann, nie jemand. Wenn die Feuerwehr ausrücken muss, hat dies meist keine guten Gründe. Bei einem Autounfall helfen, einen Keller auspumpen oder ein lichterloh brennendes Haus zu löschen, sind nie schöne Dinge. Es gibt aber einen Fall, an den sich Hasler bis heute gut erinnern kann: «Das war vor ein paar Jahren, als in Buchs eine Person vermisst wurde. Da sind wir durch alle Gärten und Quartiere gezogen – auch nachts. Wenn dann mal etwas raschelte, war das ein sehr mulmiges Gefühl.» Ist ein Einsatz fertig und alle sind zurück im Depot, ist es die Aufgabe des Maschinisten, dass im Rettungsfahrzeug alles wieder komplett ist. «Wenn etwas fehlt oder etwas kaputt ist, müssen wir Materialwarte dies ersetzen, ansonsten muss sich der Maschinist um das Fahrzeug kümmern», erklärt Hasler.

Frauen im roten Tenue Natürlich seien Frauen bei der Feuerwehr nichts Unbekanntes mehr und man sei froh, dass immer mehr dazustossen. Die Feuerwehr Buchs zählt momentan zehn Frauen: «Wir sind auf einem guten Weg. Ich glaube, in Buchs kommen sie gerne.» Auch in der Nachbarschaftsgemeinde Sevelen sind Frauen in der Feuerwehr. Eine davon ist Selina Jenny. Die Sevelerin ist frisch dabei und bereut es nicht: «Viele aus meiner Familie sind schon bei der Feuerwehr. Darum habe auch ich mich dazu entschieden. Ich habe schon als kleines Mädchen gesagt, dass ich einmal zur Feuerwehr gehen möchte.» Angst habe sie nicht, denn im Hinterkopf sei immer, dass man jemandem helfe. «Ich glaube, in diesen Momenten hat man gar keine Zeit, um darüber nachzudenken, wie gefährlich es ist», erzählt Jenny. Ihnen sei aber bei der ganzen Arbeit bewusst, dass die Feuerwehr kein Zuckerschlecken sei. Jenny besuchte bereits den ersten Kurs und lernte dabei, wie man ein Feuer bekämpft. Klar ist, dass man nicht einfach mal den Wasserstrahl darauf loslassen kann: «Zum Beispiel bei brennendem Holz sollte man einen starken Wasserstrahl auf das Feuer richten. Bei einem Brand mit Gas müsse der Strahl aber eher breit und grossflächig sein.

Die Chemiewehr rückt aus Beim Gang durch das Buchser Feuerwehrdepot fällt unter all den Fahrzeugen eines ganz besonders auf. Darauf zu lesen: Chemiewehr. Auch dieses Fahrzeug hat in einem grossen Radius nur Buchs. «Bei einer gewissen Menge an Litern rückt die Chemiewehr aus. Dies passiert, wenn Benzin, Diesel oder gröbere Chemieunfälle passieren. Dann ist nicht mehr eine Ortsfeuerwehr, sondern die Stützpunktfeuerwehr zuständig.» Die Stützpunktfeuerwehr Buchs deckt mit der Chemiewehr das Gebiet von Rheineck bis Quarten über Bad Ragaz und ganz Liechtenstein ab. Neben der Chemiewehr ist auch das Tanklöschfahrzeug (TLF) eine grosse Maschine, die im Depot Buchs zu finden ist. Das TLF ist mit allem ausgerüstet, was im Einsatz gebraucht wird: Schläuche, Werkzeuge, Feuerlöscher und auch ein Tank voll mit 2500 bis 3000 Litern Wasser. «Wir dürfen kein Wasser abgeben, bevor wir nicht eine Zuleitung für das TLF haben. Zuerst schauen wir, wo ein Hydrant ist, schliessen ihn an und dann darf Wasser abgegeben werden», erklärt Hasler. Die Feuerwehleute wissen meist, wo ein Hydrant zu finden ist. Ansonsten können sie auf einem Hydrantenplan schauen, wo der nächste steht, um einen möglichen Zeitverlust zu vermeiden.

Meist im Hintergrund Feuerwehrkommandant Marcel Senn ist seit neun Jahren hauptberuflich bei der Feuerwehr Buchs. Auch er konnte sein Hobby zum Beruf machen: «Meine Aufgaben sind es, im Hintergrund alles zu organisieren. Ich schaue, das die Übungspläne stimmen, schreibe die Einsatzpläne und bin zuständig für die Beschaffung neuer Materialien und Fahrzeuge. » Senn ist mehrheitlich im Büro und sorgt auch dafür, dass Ende Jahr jeder sein Sold bekommt. Er gehe selbst auch mit an Einsätze, allerdings nicht an vorderster Front. Entweder ist er selbst Einsatzleiter oder unterstützt den Einsatzleiter bei der Arbeit.

(um)

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