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Das «Tiny House» in Sevelen von Werner Spitz ist minimalistisch gebaut. Gut 200 000 Franken zahlt er für den kompletten Bau. Ans Haus werde links noch ein Carport angebaut. (Fotos: Paul Trummer)
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Region|28.08.2020

Auf das Minimum reduziert – Leben in einem Tiny House

Ein Badezimmer, Wohnzimmer mit Küche und ein Schlafzimmer, insgesamt 65 Quadratmeter hat das neue Mini-Haus in Sevelen. Werner Spitz ist unteranderem der Erste in der Umgebung, der ein sogenanntes Tiny House verwirklicht.

Das «Tiny House» in Sevelen von Werner Spitz ist minimalistisch gebaut. Gut 200 000 Franken zahlt er für den kompletten Bau. Ans Haus werde links noch ein Carport angebaut. (Fotos: Paul Trummer)

Ein Badezimmer, Wohnzimmer mit Küche und ein Schlafzimmer, insgesamt 65 Quadratmeter hat das neue Mini-Haus in Sevelen. Werner Spitz ist unteranderem der Erste in der Umgebung, der ein sogenanntes Tiny House verwirklicht.

Spitz lebte mit seinen Kindern in einem grossen Haus. Seine vier Töchter sind mittlerweile ausgezogen und Spitz wohnte alleine in einem 6 ½-Zimmer-Haus. Gebraucht habe er aber meist nur noch Wohnzimmer, Badezimmer, Küche und das Schlafzimmer. «Das Haus war für mich alleine zu gross und in eine Wohnung wollte ich nicht. Mein grösster Grund, warum ich das Mini-Haus gebaut habe ist, dass ich alleine sein will», erklärt Spitz. Daher baut er sich nun ein Haus in der Grösse einer 2 ½-Zimmerwohnung. Auch finanziell mache es einen grossen Unterschied: «Ich zahle für meine 2 ½-Zimmerwohnung mit einem Parkplatz 1380 Franken im Monat, im Haus rechne ich mit circa 600 Franken monatlich. Ich spare viel Geld und habe dazu meinen eigenen Carport und mein eigenes kleines Haus.» Das soll sein letzter Umzug sein, in diesem Mini Haus wolle er alt werden. Die Idee für ein «Single Home», wie es seine Töchter nennen, war geboren und Spitz begann sich umzuschauen: «In Tenero (Tessin) gibt es kleine Bungalows auf Stelzen, darin kann man Ferien machen. Die waren noch kleiner als mein Haus, aber von der Idee her genau das, was ich suchte.» Auch in Frankreich und Deutschland war Spitz und hat sich Tiny Houses angeschaut. Dort gäbe es die Häuser ab der Stange und diese seien auch günstiger, doch der Aufbau und die Einteilung der Häuser hätten nicht ganz seinen Wünschen entsprochen.

Einer der drei Räume ist das Badezim­mer mit Dusche, Toilette, Waschbecken und Waschmaschine. Damit es nicht zu eng wird, hat Spitz das Badezim­mer um 20 Zentimeter vergrös­sert was nun i...

«Alles, was ich brauche»

Meist stehen sogenannte Tiny Houses auf Rädern und kosten keine Gebühren wie bei einem normalen Haus. Das Haus von Spitz wäre mobil, das wolle er aber nicht, da er weiterhin in seiner Heimat Sevelen wohnenmöchte. Mobile Tiny Houses seien günstiger als fixe, denn diese müssen nicht so viele Gebühren bezahlen. «Ich zahle 25 600 Franken alleine an Gebühren», erzählt Spitz. Ob man sich ein teureres oder günstigeres Haus baue, die Gebühren bleiben fast dieselben. Er habe sich aber auch einiges gegönnt: «Ich hätte für 4900 Franken Fenster einbauen können, habe aber 11 000 Franken ausgegeben. Sie sind einbruchsicher und dreifachverglaste Schallschutzscheiben. Bei Material und dem ganzen System wollte und musste ich nicht sparen.» Ein kleines Häuschen mit guter Isolation, laut Spitz komme es nahezu an einen Minergiestandard heran. Zudem hat er auf seinem Dach eine Solaranlage montiert, die im Jahr circa 5000 Kilowatt produziere. Im Ganzen gibt Spitz gut 200 000 Franken aus. Dafür hat er das Häuschen, einen kleinen Garten von vier Metern und ein Carport, wo er sein Motorrad und Auto unterstellen kann.

Reduktion auf das Nötigste

Für Spitz war aber auch klar, dass ein kleines Haus auch weniger Platz bedeutet. Somit musste er sich auf das Minimum reduzieren. In seinem Schlafzimmer sei Platz für einen Schrank, ein Bett und ein Nachttisch. Schnick-Schnack hätte keinen Platz, allenfalls komme noch ein Bild an die Wand. «Im Wohnraum stelle ich ein Sofa mit Salontisch hin, ein Fernsehmöbel und in die Ecke kommt ein Schwedenofen. Auf der anderen Raumseite wird die Küche in UForm eingebaut, dort ist auch ein Esstisch mit drei Stühlen integriert », erzählt Spitz. Gegenüber der Küche, an der Wand zwischen Badezimmer und Eingangstüre findet noch eine sogenannte Spensa seinen Platz: «Ich hatte bereits so einen Ami-Kühlschrank und das wollte ich wieder haben. Zudem ist da noch Platz für eine Garderobe und ein Putzschrank.» Weder einen Keller noch einen Estrich gibt es im Mini-Haus und somit kommt nur mit, was Spitz auch wirklich braucht. Von vielen Sachen musste er sich trennen. Er habe aber auch festgestellt, dass man das meiste behält, aber nie mehr anschaue. Heute könne man aber auch vieles Einige Möbel nehme Spitz mit, dafür musste er alles genau ausmessen und planen, damit diese dann auch Platz haben und nichts versperren. Die neuen Möbel wurden genau abgemessen. Der dritte und letzte Raum im Haus ist das Badezimmer, darin findet sich eine Dusche, WC, Waschbecken und auch die Waschmaschine. Vor der Haustüre gibt es noch einen kleinen Raum, für eine kleine Werkbank und das Lagern von nasser und schmutziger Kleidung. Die meisten Tiny Houses seien so eingerichtet, dass man umbauen müsse, beispielsweise um zu schlafen oder zu essen. Das wollte Spitz nicht. Obwohl das Haus klein sei, wollte er genügend Platz, damit jedes Möbel seinen Platz hat und auch stehen bleiben könne. Auch ein kleiner Garten sei vorhanden. Beste Voraussetzungen um alt zu werden.

(um)

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