Marc Schädler und Anna-Lena Beck mit Lama Karl. Er sei nicht nur zutraulich, sondern sorge immer wieder für Schmunzler. Wer nach ihm rufe, kann damit rechnen, dass er herbeisaust. (Fotos: Paul Trummer)
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Region|29.09.2020 (Aktualisiert am 29.09.20 16:46)

Lamas und Alpakas: Charmante und treue Begleiter

TRIESENBERG/ THÜRINGERBERG - Ohne Tiere wäre die Welt langweilig. Keine Katzen, keine Hunde, kein Stall voller Tiere. Doch wer hätte gedacht, dass auch Lamas und Alpakas einmal angesagt sind und man sie bei uns ebenfalls als Nutztiere hält? In Triesenberg sowie am Thüringerberg gibt es einen Hof mit Lamas und Alpakas und wir haben die flauschigen Tiere besucht. Mit ihnen kann man das Abenteuer Liebe nochmals auf eine ganz andere Art erleben.

Marc Schädler und Anna-Lena Beck mit Lama Karl. Er sei nicht nur zutraulich, sondern sorge immer wieder für Schmunzler. Wer nach ihm rufe, kann damit rechnen, dass er herbeisaust. (Fotos: Paul Trummer)

TRIESENBERG/ THÜRINGERBERG - Ohne Tiere wäre die Welt langweilig. Keine Katzen, keine Hunde, kein Stall voller Tiere. Doch wer hätte gedacht, dass auch Lamas und Alpakas einmal angesagt sind und man sie bei uns ebenfalls als Nutztiere hält? In Triesenberg sowie am Thüringerberg gibt es einen Hof mit Lamas und Alpakas und wir haben die flauschigen Tiere besucht. Mit ihnen kann man das Abenteuer Liebe nochmals auf eine ganz andere Art erleben.

2018 wurden Alpakas zum Trendtier des Jahres gewählt. Der Vorarlberger Michael Müller las mehr über die Tiere, die er vor 20 Jahren bereits im Fernsehen sah. «Damals dachte ich: ‹Alpakas wären doch mal was›. Aber ich war der Meinung, dass man sie bei uns nicht halten kann. Vor zwei Jahren las ich dann von einem Alpaka- Züchter in der Steiermark und dachte mir: ‹Was der kann, kann ich auch›», erzählt Müller. Er besuchte daraufhin den Grundkurs für Alpakahalter, um mehr über die Tiere zu erfahren. «Ich lernte grundlegende Dinge, wie zum Beispiel die Verdauung funktioniert, wie die Anatomie des Tieres aussieht und worauf man ansonsten achten muss. Zudem habe ich andere Züchter besucht. Im Mai 2018 kamen dann die ersten drei Alpakas zu mir», sagt Müller. Eigentlich wollte er nie mehr als vier Alpakas, mittlerweile steht aber schon die doppelte Anzahl auf seiner Wiese. Bald startet schon das nächste Projekt: Ein grösserer Stall müsse her.

Auch in Triesenberg sind die faszinierenden, ruhigen und zutraulichen Tiere anzutreffen. Marc Schädler und Anna-Lena Beck haben Lamas und Alpakas auf ihrem Hof. «Wir haben sie seit 2010. Wir lieben Tiere und als wir sie im Fernsehen sahen und auch wussten, dass wir genug Platz haben, wollten wir Lamas und Alpakas», erzählt Schädler. Mittlerweile leben am Triesenberg mehr Lamas als Alpakas. Lamas seien noch ein bisschen ruhiger. Es gäbe aber durchaus Ausnahmen. «Unser Lama Karl ist ein Exote. Er ist aufdringlich und sehr neugierig», sagt Schädler. Und tatsächlich: Karl steckte während des Interviews seine Nase überall hinein. Was einst als Trend schien, ist nun normal. Die Tiere seien einfach zu halten, würden keinen Lärm verursachen und können immer draussen bleiben, wie Anna-Lena Beck erzählt: «Sie brauchen nicht zwingend einen warmen Stall. Zudem haben sie praktisch keine Krankheiten.»

Der Vorarlberger Michael Müller hat seit 2 Jahren Alpakas. Bei seinen Wande­rungen kann man gar die Liebe des Lebens tref­fen.

Ein grossartiges Erlebnis

Auf dem Lama- und Alpakahof kann man aber mehr unternehmen, als die Tiere bloss anzuschauen. Schädler und Beck bieten Trekkingtouren mit den Lamas an. «Wir machen verschiedene Touren, längere und kürzere und sie werden individuell an die Besucher angepasst. Im Winter tappen wir mit den Tieren durch den Schnee. Beim Rastplatz gibt es ein feines Fondue», sagt Beck. Auch könne man direkt neben dem Stall in einem Tipi übernachten. Die Letzten, die «gute Nacht» sagen und die Ersten, die einem am Morgen begrüssen, sind die Tiere. «Wir haben auch eine Bauernolympiade. Dabei bezwingt man mit einem Lama den Hindernisparcour. Auch die Fackelwanderung sei ein Highlight. Dabei hat man Fackel und Lama mit dabei und wandert meist im Winter durch den Schnee», erzählt Schädler.

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Der Lama und Alpakahof am Triesenberg bietet auch Trek­kingtouren im Winter an. Dabei marschieren die Besucher mit den Tieren durch den Schnee und am Ende wartet ein feines Käsefounde.

Verabredung, dann heiraten

Zurück an den Thüringerberg. Michael Müller bietet nicht nur Trek-kingtouren, sondern auch Single- Alpakawanderungen an: «Als ich im Sommer 2019 damit begann, Alpakawanderungen anzubieten, haben mir auch immer mehr Leute gesagt, dass die Tiere sehr beruhigend und entspannend seien. » In einer Bar ist es sehr laut und bei einem Besuch im Kino spricht man eher weniger miteinander. Deshalb bietet er seit mehreren Monaten folgende Alternative an: «Bei Singlewanderungen treffen fünf Frauen und fünf Männer aufeinander, teilen sich jeweils ein Alpaka und marschieren damit los. Auf dem Weg gibt es immer wieder ein Paarwechsel, bis zum Schluss alle miteinander gesprochen haben.» Das Schicksal nach der Wanderung überlässt Müller seinen Besuchern selbst. Eindeutig ist jedenfalls, dass die Idee bereits Früchte trägt. Ein Paar sei bis heute verliebt und zusammen und zwei andere stets in Kontakt. Doch immer wieder schaltet Müller einen Aufruf, denn die Frauen sind einfach mutiger als die Herren. Also, wer will noch die Liebe finden und das gemeinsam mit einem Alpaka? Der kann sich einfach beim Holzmichl und seinen Alpakas melden. Ist das Glück perfekt und es kommt zu einer Hochzeit, kann man sich wieder an den Lamaund Alpakahof Triesenberg wenden. Bei Beck und Schädler kann man sich ein Lama für das Hochzeitsfoto «borgen». «Die Idee, dass man Lamas an einer Hochzeit mit dabei hat, kommt aus den USA. Wir hatten ein bis zwei Anfragen und gingen mit unseren Lamas vorbei. Was genau der Sinn dahinter ist, weiss ich aber auch nicht», erzählt Schädler. Dennoch: Die Lamas halten fürs Foto hin. Grossen Rummel mögen sie aber nicht, wie Beck erklärt: «Wir schauen, dass die Tiere nicht gereizt werden, es gab nämlich schon Leute, die wollten, dass wir nach Vaduz kommen, aber das tun wir nicht. Meist sehen die Leute die Bilder aus Amerika, aber ob das wirklich tiergerecht ist, glaube ich meist nicht.» Früher wollte man eine Prinzessinenkutsche, heute sind eben Lamas an Hochzeiten der letzte Schrei.

Eine grosse Familie

Lamas und Alpakas sind unter anderem mit dem Kamel verwandt. Meist hat man bei den Tieren den Eindruck, sie seien ein bisschen arrogant, doch sie seien durchaus liebevoll, zutraulich und ja, auch lustig. Auch das Thema «Spucken » sei anders, als man denke. «Die Alpakas spucken eigentlich nur untereinander, dann geht es meist darum, wer der ‹Chef› ist. Es kommt vor, dass zwei Männchen um den Rang kämpfen und dann durfte der eine oder andere auch mal nicht im Stall übernachten. Oder wenn die Ranghöchste nicht als erste essen darf, dann wird auch gespuckt. Gegen Menschen spucken sie aber sehr selten », erzählt Müller. Auch bei den Lamas gelten diese Regeln, wie Schädler erklärt: «Spucken hat immer einen Grund, denn es stinkt auch fürchterlich. Den üblen Geruch riechen nicht nur wir, sondern auch die Tiere nicht gerne. Meist lassen sie bis zu zehn Minuten das Maul offen, weil der Geruch sehr eklig ist.» Spucke lande meist dann im Gesicht eines Menschen, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort steht. Lamas und Alpakas werden im Schnitt 20 Jahre alt, Unterschiede findet man bei den Tieren beim Aussehen. «Lamas sind tendenziell grösser und haben die längeren Ohren. Zudem ist ihre Schnauze länger, Alpakas haben eher ein eingedrücktes Gesicht. Alpakawolle ist viel weicher und seidiger und eignet sich, um Handschuhe oder Mützen zu machen. Lamawolle wird eher als Futter für Kissen und Decken benutzt», erklärt Beck. Die Tiere werden einmal im Jahr geschoren. So haben sie es im Winter warm genug und im Sommer nicht zu heiss.

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Die Alpakas vom Holzmichl am Thürin­gerberg dürfen immer wieder Amor spielen. Da geht es nicht nur einfach auf eine Wanderung mit Alpakas, sondern auf eine Speed-Dating-Wanderung.

Der flauschige, charmante Nachwuchs

Bereits wenn sich herausstellt, dass ein Lama oder Alpaka tragend ist, ist das meist eine witzige Angelegenheit. Eine tragende Stute spuckt dem Männchen ins Gesicht, das sei das Zeichen, dass es ihn nicht mehr brauche: «Wenn bei uns ein Lama tragend ist, bin auch ich ein sicherer Schwangerschaftstest. Dann spucken sie auch mir ins Gesicht, wenn ich zu nahe komme. Anna-Lena passiert das nicht», sagt Schädler. Auch ist der Zeitpunkt der Geburt eher speziell, denn die Tiere würden grundsätzlich nur bei schönem Wetter und meist zur Mittagszeit gebären. Regnet es, können die Tiere die Geburt bis zu zwei Wochen hinauszögern, der Grund dafür sei, dass sie dann die Tiere nicht trocken lecken können.

Nachwuchs beim Lama- und Alpakahof im Juli 2020.

(um)

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