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Region|28.06.2021 (Aktualisiert am 28.06.21 13:31)

Regionales Projekt zur raschen Hilfe bei Wasserknappheit sistiert

Die Region Sarganserland-Werdenberg (RSW) reagierte auf Erfahrungen aus dem Hitzesommer 2018. Mittels einer Vereinbarung sollte in den Mitgliedsgemeinden zukünftig ein einheitliches Vorgehen zur Bewässerung von Kulturen während Trockenperioden geregelt werden. Nach ursprünglich positiver Aufnahme seitens der Partnerorganisationen musste das Projekt nun aufgrund von fehlenden Zustimmungen der Wasserversorgungen vorerst sistiert werden.

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Die Region Sarganserland-Werdenberg (RSW) reagierte auf Erfahrungen aus dem Hitzesommer 2018. Mittels einer Vereinbarung sollte in den Mitgliedsgemeinden zukünftig ein einheitliches Vorgehen zur Bewässerung von Kulturen während Trockenperioden geregelt werden. Nach ursprünglich positiver Aufnahme seitens der Partnerorganisationen musste das Projekt nun aufgrund von fehlenden Zustimmungen der Wasserversorgungen vorerst sistiert werden.

Die Hitzeperiode im Sommer 2018 zeigte eindrücklich, dass die Wasserversorgung von Alpgebieten sowie der Talebene zunehmend eine Herausforderung darstellt. Das fehlende Wasser musste in den Alpen mit Helikoptern oder mit provisorischen Leitungen zugeführt werden. Im Tal kam es aufgrund von Wasserknappheit zu Ertragsausfällen.

Die Region Sarganserland-Werdenberg gründete in der Folge eine Arbeitsgruppe „Bewässerungskonzept“ und nahm sich der Thematik an. Im Gremium wirken das kantonale Amt für Wasser und Energie (AWE), das Landwirtschaftliche Zentrum St.Gallen in Salez (LZSG) sowie Vertreter von Ortsgemeinden und Gemüseproduzenten mit. Als Konsequenz aus den Erfahrungen behandelte die Arbeitsgruppe die zukünftige Sicherstellung der Bewässerung in der Region. Diesbezüglich fand ein Austausch mit der Gebäudeversicherung des Kantons St.Gallen, Abteilung Löschwasserversorgung, sowie der kantonalen Plattform „öffentliche Wasserversorgung“ statt.

Ziel war es, ein verfahrensrechtliches Instrument zu schaffen, womit bei Wasserknappheit mittels eines Bewilligungsverfahrens rasch, gezielt und koordiniert reagiert werden kann. Unter Mitwirkung von Fachpersonen entstand eine „Vereinbarung über die Ausgestaltung eines Bewilligungsverfahrens zur Bewässerung von Kulturen bei Wasserknappheit“.

Der erarbeitete Vertrag bezweckt, ein einheitliches Vorgehen der öffentlich-rechtlichen Wasserversorgungen bei der temporären Wasserlieferung zur Bewässerung in Zeiten lang anhaltender Trockenperioden zu ermöglichen. Um die Autonomie der Wasserversorgungen zu wahren, müssten nach einer Unterzeichnung der Vereinbarung die Wasserversorgungsreglemente der politischen Gemeinden und – wo örtliche Korporationen oder Ortsgemeinden zuständig sind – dieser Körperschaften angepasst werden.

Projektsistierung trotz ursprünglich breiter Unterstützung

Im September 2020 informierte die Region Sarganserland-Werdenberg sämtliche Wasserversorger aus den Mitgliedgemeinden. Christoph Gull, Präsident Region Sarganserland-Werdenberg und Gemeindepräsident Flums, begrüsste überdies die Verantwortlichen von beteiligten Dorf- bzw. Wasserkorporationen und Ortsgemeinden. Zusammen mit Markus Bucheli – Verfasser des Vereinbarungsentwurfs und ehemals Leiter des Dienstes Recht und Legistik der Staatskanzlei des Kantons St.Gallen – wurden Informationen über Inhalt sowie Sinn und Zweck des gemeinsamen, auf eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung abgestützten Vorgehens übermittelt. Als Fazit der Veranstaltung konnte festgehalten werden, dass eine geregelte Zusammenarbeit im Bereich „Bewässerung“ den Nerv der Zeit traf und auf breiter Basis unterstützt wird sowie zeitnah umgesetzt werden soll.

Gemäss Vereinbarungsentwurf bedarf es für eine Weiterführung des Projekts die Zustimmung von zwei Drittel der öffentlichen Wasserversorgungen und Gemeinden in der Region Sarganserland- Werdenberg, den Vertrag zukünftig zu unterzeichnen. Die notwendige Änderung der Partner- Reglemente war nachfolgend geplant, so dass idealerweise das in der Vereinbarung skizzierte, künftige Bewilligungsverfahren zeitnah angewendet werden könnte. Auch die Bewilligung zum Bezug von Wasser in langen Trockenperioden sollte, wenn immer möglich, auf einer vertraglichen Abmachung zwischen den Wasserbezügern und der zuständigen Wasserversorgung beruhen.

Mit Bedauern nahmen die Vorstandsmitglieder und Gemeinden der Region Sarganserland- Werdenberg an der Delegiertenversammlung vom 24. Juni 2021 in Mels zur Kenntnis, dass es bis Ende Mai 2021 – trotz ursprünglich grosser Zustimmung sowie mehrfacher Nachfrage – nicht möglich war, die nötigen, schriftlichen Zusagen seitens Wasserversorger zu erhalten. Ohne Unterstützung und Zusagen der involvierten Korporationen und Partner kann das Projekt nicht umgesetzt werden. Im Wissen um die Erleichterungen sowie die Notwendigkeit der initiierten Vereinbarung im Bedarfsfall sistiert die Region Sarganserland-Werdenberg die Arbeiten und dankt für die Mitwirkung.

Bereits im Sommer 2019 sowie im Rahmen der ersten Projektphase erfolgreich abgeschlossen werden konnte die gemeinsame und koordinierte Erneuerung der befristeten kantonalen Bewilligungen für den Wasserbezug zur Bewässerung von Kulturen in den Regionen Sarganserland, Werdenberg und Rheintal. Region Sarganserland-Werdenberg Die Region Sarganserland-Werdenberg vereint seit 2009 die 14 Gemeinden zwischen Sennwald und Quarten mit rund 80‘000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Ergänzung zu den Fachgruppen Raumplanung, Verkehr, Bildung sowie Energie und Umwelt bearbeitet der RSW-Vorstand weitere strategische Bereiche in unterschiedlichen Gefässen. Informationen: www.sarganserland-werdenberg.ch

(pd)

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