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Das neue Zelt des Circus Knie wird nur noch von aussen gestützt. Somit stehen den Zuschauern im Innern keine Stützpfosten mehr im Weg. Dies wurde zum 100-Jahr-Jubiläum angeschafft. (Foto: Archiv Circus Knie)
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Schweiz|20.12.2019

Circus Knie: Ein Jahr lang 100 Jahre Geschichte gefeiert

Die Geschichte der Familie Knie begann bereits im Jahr 1803 in Innsbruck. Der Medizinstudent Friedrich Knie (1784–1850) verliebte sich in die Kunstreiterin Wilma. Die Liebe zu ihr zerbrach, doch zum Artistenleben blieb. Die Leidenschaft für das Artistenleben wurde weitergegeben und bald auch waren die Gebrüder Knie, Friedrich, Rudolf, Charles und Eugen, davon infiziert.

Das neue Zelt des Circus Knie wird nur noch von aussen gestützt. Somit stehen den Zuschauern im Innern keine Stützpfosten mehr im Weg. Dies wurde zum 100-Jahr-Jubiläum angeschafft. (Foto: Archiv Circus Knie)

Die Geschichte der Familie Knie begann bereits im Jahr 1803 in Innsbruck. Der Medizinstudent Friedrich Knie (1784–1850) verliebte sich in die Kunstreiterin Wilma. Die Liebe zu ihr zerbrach, doch zum Artistenleben blieb. Die Leidenschaft für das Artistenleben wurde weitergegeben und bald auch waren die Gebrüder Knie, Friedrich, Rudolf, Charles und Eugen, davon infiziert.

Damals war noch lange nicht die Rede von Auftritten in einem Zirkuszelt, sondern es wurde in einer offenen Arena das Können gezeigt. Und am 14. Juni 1919 feierte der Circus Knie Premiere auf der Berner Schützenmatte und eine lange Reise begann. Die vier Brüder leisteten sich bald auch das erste Zelt und verlangten Eintritt. Eine Frau wurde zu einem wichtigen Pol des Geschehens: Die Buchserin Margrit Lippuner.

Von zu Hause in den Zirkus

Lippuner wuchs mit ihren drei Geschwistern in der St. Galler Gemeinde auf. Wie es der Zufall wollte, traf sie bei einem privaten Anlass auf ihren zukünftigen Ehemann. Der älteste von vier Brüdern, Friedrich Knie, heiratete Margrit Lippuner am 25. März 1919 in Rapperswil. Und dieser Anlass war sogar eine Doppelhochzeit, denn auch Rudolf Knie heiratete. Die beiden Damen waren mit unterwegs, sorgten vor allem an der Kasse für Ordnung und verkauften von Vorstellung zu Vorstellung Eintrittskarten. Selbst in die Manege wollte Margrit aber nie. Von Generation zu Generation wurde das Zirkusfieber weitergegeben, bis bald auch Margrits Enkel Fredy jr., Rolf jr., Franco sr. und Louis in der Manege auftraten. Sie unterstütze die Jungen und sass auch vielmals im Publikum, um ihren Enkeln zuzuschauen. Am 12. April 1974 verstarb Margrit Knie-Lippuner. Ihr zu Ehren steht bis heute die Knie-Statue beim Marktplatz neben dem Werdenbergersee. Da, wo auch jedes Jahr das Zirkuszelt aufgestellt wird.

Die 4. Generation des Circus Knie. Die Brüder Rudolf, Charles, Friedrich und Eugen (v.l.n.r.) kauften das erste Zirkuszelt. (Foto: Archiv Zirkus Knie)

Die nächste Generation

Bis zu diesem Jahr, dem 100-Jahr-Jubiläum des Circus Knie, stand auch Fredy Knie jr. in der Manege. Nun gab er das Zepter an die nächste Generation weiter. Tochter Géraldine Knie mit Ehemann Maycol Erani und den Kindern Ivan, Chanel und Maycol jr. sowie der Cousin von Géraldine, Franco Knie jr. mit seiner Frau Linna Sun und Sohn Chris Rui. Eine weitere Unterstützung ist die Schwester von Franco jr., Doris Knie. Géraldine steht wie ihr Vater und Grossvater am liebsten mit den Pferden in der Manege. Franco jr. musste die Arbeit mit den Elefanten aufgeben. Diese kann man nur noch bei seinem Vater in Rapperswil im Zoo besuchen. Im Jubiläumsjahr zeigten sie ein Programm mit Papageien. Zum 100. Geburtstag des Circus Knie gab es nicht nur ein Blick zurück in die Vergangenheit, sondern beispielsweise eine eigene Lokomotive oder eine eigene Münze. Zudem wurde ein Jubiläumsbuch über die Familie Knie gestaltet, indem man alles über die Familie und ihren Zirkus nachlesen kann.

Kein Knie ohne Pferde

Seitdem der Circus Knie mit seinen Shows das Publikum begeisterte, sind die Pferde in der Manege nicht wegzudenken. Fredy Knie sen. war stets mit den Pferden im Zirkus zu sehen und gab dies auch an seinen Sohn Fredy Knie jr. weiter, der bis heute von den Pferden schwärmt. Die Pferde hätten immer Vorrang. Und wie könnte es anders sein, auch Tochter Géraldine hat die grosse Leidenschaft für Pferde. Ob nur mit einem oder gleich 20 Pferden in der Manege, alles ist möglich. Weisse und schwarze Pferde die im Kreis zum Beispiel springen. In diesem Jahr wurde es gar dunkel in der Manege, denn die Pferde leuchteten. Auch für diese Aufführungen fällt der Familie Knie immer wieder etwas Neues ein. In der jüngsten Generation ist bereits Ivan eifrig mit diesen Tieren beschäftigt und übt mit seinem Pferd, das er zum 17. Geburtstag bekommen hat. Und auch die kleine Schwester von Ivan, Chanel, liebt die Tiere. Sie hatte ihre Nummer mit den kleinen ras­sigen Ponys und begeistert seit Langem das Publikum mit ihrem geschickten Können. Obwohl auch noch der dritte Sprössling im Bunde für die Pferde zu begeistern ist?

«fritig»-Red­aktorin Ursina Marti mit Fredy Knie junior bei der Knie-Statue in Buchs. Im Hinter­grund das neuen Zirkuszelt. (Foto: Ursina Marti)

Tournee 2020

Der Circus Knie ist zurück im Winterquartier, hat die Wohnwagen abgestellt und bereitet sich schon auf die nächste Saison vor. Am 19. März ist bereits wieder Premiere in Rapperswil und schon am 15. und 16. April gastiert der Schweizer Nationalzirkus in Buchs. Es ist auch bereits bekannt, wer im neuen Programm mit dabei sein wird. Nach 18 Jahren sind Ursus und Nadeschkin zurück in der Sägemehl-Arena. Sie werden in der Deutschschweiz das Publikum zum Lachen bringen und sich auch an das eine oder andere Kunststück heranwagen. Clowns, Tiere, Zuckerwatte, Glace und strahlende Augen – ja auch bei den grossen Zuschauern. 2002 waren Ursus und Nadeschkin schon dafür verantwortlich und sie werden es wieder tun. Welche scharfen Witze und charmanten Übergänge von Nummer zu Nummer zu sehen sind, erfährt man wohl am besten, wenn man im Publikum Platz nimmt. Und eben Glace und die Zuckerwatte nicht vergessen oder doch lieber Popcorn? Denn nicht nur die beiden Schweizer darf man mit Spannung erwarten, sondern es steht noch mehr an. Ein weiteres Programmhighlight wird «Flic Flac – The Modern Art of Circus» sein. Diese Vorführungen werden mehr für Nerven mit Stahl sein, doch es reicht ja auch wenn man nur ein Auge verdeckt und hinschaut. Sie werden mit ­ihren Motorrädern einiges bieten und den einen oder anderen Mund offenstehen lassen. Wie immer werden auch Knies Tiere zu sehen sein und dafür ist ­bereits die 7. und 8. Generation verantwortlich.

Ursus und Nadeschkin werden die Tournee 2020 des Circus Knie begleiten und die Deutsch­schweiz zum Lachen bringen. (Foto: Archiv Circus Knie)
(um)

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